Freitag, 6. November 2009

Je oller je doller oder Kopfbaustelle Schule

Heute hatte sich der Chef zum Unterrichtsbesuch angekündigt und sich meinen Deutschunterricht angesehen. Bei der Nachbesprechung gab es Tee und Kekse und konstruktive Kritik. Zwischen Tee, Plätzchen und Geplauder rülpst der alte Sack auf einmal. Was soll man von so einem Mann halten? Bin ich versehentlich auf dem Bau gelandet? Kopfbaustelle Schule. Das würde auch erklären, warum neulich im Lehrerzimmer ein Kühlschrank stand, indem sich einen Rahmen voller Kannen befand. Sollte man dort dauerhaft installieren, so etwas verbessert das Betriebsklima. Ihm war es ziemlich peinlich ich habe mir jovialer Weise verkniffen die Faust vor die Stirn zu rammen und laut Schulz zu rufen. Wäre bestimmt ein Kracher geworden. Der Rektor legt auch dicke stinkende Würste in die Schüssel – mehr will ich von ihm gar nicht wissen.
Muss morgen beim Tag der offenen Tür kleinen Kindern schmutzige Witze erzählen. Und das an meinem freien Samstag. Bravo!

Montag, 2. November 2009

Skurrile Suche nach einem Dutzend Eiern – Die Stadt der Diebe

Leningrad im Zweiten Weltkrieg. Die Stadt ist von den Deutschen belagert und die noch verbliebene Bevölkerung leistet Widerstand. Der russische Winter zwingt sie fast in die Knie ebenso wie der Hunger. Selbst der Schwarzmarkt gibt nichts mehr her. Es werden sogar Bücherei-Lebkuchen – in Quader gepressten Leim aus Buchrücken - gegessen.
In dieser Zeit fällt ein Junge bei einer Plünderung einer Patrouille in die Hände und ihm droht die Exekution. Doch es gibt einen Ausweg, wenn es ihm gelingt für die Hochzeitstorte der Tochter des Oberst innerhalb einer Woche zwölf Eier aufzutreiben ist er frei.

Konkrusmasse und die Nutznießer

Da geht ein Versandhandelskonzern pleite, tausende Menschen verlieren ihre Arbeit und die lieben Deutschen hauen sich im Internet virtuell auf die Fresse, um noch schnell ein Superschnäppchen zu ergattern. Man könnte jetzt mit Darwin kommen und von survival of the fittest sprechen, aber hauptsächlich gewinnt das Schwarze Horn auf gelben Grund. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Samstag, 31. Oktober 2009

Margot H. meldet sich aus dem Exil zu Wort

Es hat schon ein wenig den Charme einer Verschwörung. Da sitzt eine alte Frau in Südamerika und organisiert den Kampf gegen die bundesrepublikanische Gesellschaft. Es ist so schön subtil, dass man sich an Videobotschaften von al-Qaida oder Saddam Hussein erinnert fühlt.
Und wir singen alle: "Der Rosa Luxenburg reichen wir die Hand!"
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Freitag, 30. Oktober 2009

Vom Sexobjekt zum öffentlichen Ärgernis - oder Ferien in Berlin

.....

Glaube das wird hier mehr und mehr zum Reisebericht. Endlich weiß ich, warum man schon immer mindestens eine Stunde vor Abflug am Flughafen sein soll: Damit man die Angebote des Dutyfreeshops (ich weiß nicht mehr wie viele Bindestriche ich vergessen habe) kennenlernt. Nachdem ich mich am Düsseldorfer Hauptbahnhof mit Reiseproviant eingedeckt habe und ihn vor der Sicherheitskontrolle pflichtbewusst aufgebraucht habe, fand ich im besagten shop Nachschub. Nicht in Form von hochprozentigen Schnapsflaschen, sondern in Viererpacks Holsten Pils. Jetzt sitze ich vor meinem Gate und trage die Terminirung selbstbewusst voran. Im Ohr halten sich die Ärzte und die Wallerts den Steigbügel und animieren zum Fortfahren. Vorsicht mahnt das Großhirn, sonst nehmen sie dich nicht mehr mit. Ach was sagt das Schwein in mir, du hast Kaugummis in der Tasche. Und schon ist Dose zwei geöffnet und die gute Laune weicht einer angenehmen Form des Rausches. Es lebe der Laptop! Dose drei wird geöffnet. Gerade kam die Meldung, dass der Flug Verspätung hat. Na bitte, sind ja nur meine Ferien. Die Spießer im Anzug gehen vor dem Check-In auf und ab und werfen nervöse Blicke auf die Uhr. Mir gegenüber sitzt ein Mann von AirBerlin, der zumeist in seinen Bildschirm guckt. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass er mich gelegentlich misstrauisch beäugt. Soll doch die Fresse halten der Penner, soll froh sein, dass ich keinen Whiskey gekauft habe. Da setzt der geistliche Verfall schneller ein als bei ein paar Pils. Die Musik ist gut – wollen wir tanzen? Weiteres später. Das wird ein Spaß, hoffentlich sind die Stewardessen hübsch, sonst verlange ich mein Geld zurück! Nach Helsinki will ich nicht…. Was mache ich, wenn sie mich nicht mitnehmen? Ach scheiß drauf, wozu habe ich eine Bahncard 25? Jetzt könnte es langsam mal losgehen, ich muss allmählich pinkeln. Alles für die Kunst! Ahoi!
Alles gut. Der Flieger ist gestartet, trotz meiner Musik. Da merkt man es – alles Propaganda. Direkt nach dem Start mußte ich pinkeln, das Bier muß raus. Auf zum Klo. Die Stewardess weist mich freundlich daraufhin, dass die Anschnallzeichen noch leuchten. Habe mich schon gewundert, warum es hier aussieht wie auf der Tatanic und wem die Nase gehört.

Mittwoch, 23. September 2009

Ein Hauch von DDR

scheint einem hier am Niederrhein um die Nase zu wehen. Diese Aussage bezieht sich nicht auf mit Braunkohle betriebene Heizanlagen, die einen unverwechselbaren Duft verbreiten, der an die ersten Besuche im ehemaligen Nachbarland erinnern, sondern an das Gefühl steter Überwachung durch Mitmenschen.
Da hatte gestern eine Kollegin Geburtstag und wir saßen zu neunt auf Decken und tranken Bier und Schnaps auf das Wohl des Geburtstagskindes. Prompt erzählt mir heute ein Schüler, dass er mich gestern im Park gesehen hätte, wie ich dort mit Freunden gesessen hätte. Schön, dass er das mit dem Schnaps nicht gesehen bzw. erwähnt hat. Hätte mir noch gefehlt. Von den wochenendlichen Begegnung im Kino und in der Fußgägnerzone habe ich bereits an anderer Stelle berichtet. Allmählich drängt sich die Frage auf, ob man im ländlichen Kronach in Franken nicht mehr Privatssphäre gehabt hätte, da dort wahrscheinlich alle Kinder mit dem Schulbus nach der Penne erstmal auf das elterliche Gehöft gekarrt werden und dieses nur mit dem Heuwagen wieder verlassen dürfen.

Dienstag, 15. September 2009

„In Flanders Fields…

… the poppies blow“ Mit diesen Worten beginnt das weltberühmte Gedicht von John Mc Crae, eines kanadischen Teilnehmers des Ersten Weltkrieges, der auf diese Art und Weise versucht die Erlebnisse des Grabenkampfes zu bewältigen und der Grausamkeit Ausdruck zu verleihen. In Deutschland ist dieses Ereignis fast in Vergessenheit geraten, bzw. besitzt einen deutlich geringeren Stellenwert in der Erinnerungskultur als der Zweite Weltkrieg. Anders vollzieht sich das Gedenken an den Originalschauplätzen, wie beispielsweise im belgischen Ypern. Dort wird an jedem Abend seit 90 Jahren den vermissten und gefallenen Soldaten mit Trompetenstößen ein letzter Tribut gezollt. Werden Friedhöfe für zehntausende Soldaten gepflegt und versucht die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was äußerst schwer fällt, da in 90 Jahren kaum noch etwas an die Geschehnisse erinnert. Nur die Bauern finden noch häufig Munition auf ihren Feldern, die durchaus noch Gefahren birgt. Es fällt schwer sich vorzustellen, dass dort wo es heute grünt und blüht damals kein Grashalm mehr neben dem anderen stand und die Erde unterst zu oberst lag und sich Menschen in kilometerlangen Gräben über Jahre hinweg belauerten um sich zu erschießen und sich unter anderem von Ratten ernährten. Die Bemühungen authentische Bilder des Krieges oder besser erlebnisnah die Atmosphäre in den Gräben nachempfindbar zu machen, nimmt an manchen Stellen bizarre Formen an. So kann man im Museum von Ypern in einem dunklen Raum sitzen und auf zwei Videowänden laufen Bilder der Schlachtfelder ab. Gesprächsfetzen in verschiedenen Sprachen sollen einen Eindruck der Nähe zum Kriegsgeschehen vermitteln. Licht- und Geräuscheffekte sowie aufsteigender Nebel sollen dem Museumsbesucher suggerieren er sei mittendrin im Graben. Nur dumm, dass im Raum angenehme Temperaturen herrschen, es trocken ist und die Geräusche der Geschütze voluminös zu einer leisen Begleitkulisse reduziert wurden. Auch muten nachgebaute Schützengräben eher wie Irrgärten an, als das sie die Bedrohlichkeit des Krieges vermitteln könnten.
Die Exkursion des Fachseminars Geschichte hinterlässt einen bleibenden tiefgründigen Eindruck, der vor allem nachdenklich stimmt, da in diesem Krieg hunderttausende Menschen gestorben sind, denen man heute auf verschiedene Art und Weise gedenkt. Besonders nah geht es einem, wenn man auf dem Soldatenfriedhof für die Opfer der Schlacht um Langemarck an einer Gedenkwand den eigenen Familiennamen findet, der nicht all zu häufig vorkommt. Allerdings vermittelt wissenschaftliche und belletristische Literatur oft ein besseres Bild vom Krieg als mit Wasser vollgelaufene Bombenkrater, die mit hohen Bäumen umstanden sind.

Britischer Soldatenfriedhof in den flandrischen Feldern
Tyne-Cort-Cemetery

Mitten in den Feldern
Bayernwald2

Hotelzimmer mit Minibar
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Mittwoch, 9. September 2009

Ausflug ins Kriegsgebiet

Packe gleich mein Survivalkid und stimme mich mental auf den Trip nach Belgien ein.
Die Anleitung, wie man Bomben entschärft, habe ich auch schon gelesen. Dann kann es ja losgehen in das ehemalige Kriegsgebiet.

Donnerstag, 3. September 2009

Elternabend und Sven Regener im Alltag

Noch nicht mal ein Kind und schon sitzt man auf einem Elternabend. Bzw. saßen die Eltern und ich musste mich vorstellen. Was für ein trauriger Anblick! Da saßen sie allein oder in Paaren, alt oder mittelalt, Mutter oder Vater. Es waren sogar einige bekannte Gesichter darunter. Der Vater, der immer in Erdtönen herumläuft und auf einer Burg voller Vampire zu wohnen scheint, aufgrund des starken Geruchs nach Lauchgewächsen saß er allein. An einem anderen Tisch saß die untersetzte Kellnerin aus dem örtlichen Restaurant, die wiedererkennend lächelte und daneben alle möglichen Muttis und Papis. Sie saßen da wie die Lämmer, alle fleißig nickend und keine Fragen stellend.
Heute im Fitnessstudio unterhielt ich mich während der Übungen mit einem Trainer und wir kamen irgendwie darauf zu sprechen, dass ich ursprünglich aus Berlin komme. Da fragte er mich von wo aus Berlin und ich antwortete aus dem Nordwesten. Nun fragte mich dieser Provinzler, ob sich mein Stadtteil denn auch wirklich zu Berlin gehöre oder wie in Mönchengladbach nur einer der vielen Vororte. „Naja, das gehörte schon dazu, war ja schließlich die Mauer drum. Da wusste man ganz genau was zu Berlin-West gehört.“ Da hat der Dödel aber doof geguckt und kam mir schon wieder mit seiner provinziellen Kacke von Wegen Mg und seine Vororte. Man sollte nicht so viel Sven Regener lesen/hören, so etwas macht für normale Kommunikation untauglich.

Zufallsbild

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