Donnerstag, 4. Oktober 2007

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex

Sehr geehrter Herr Aust,
was sollte das? Sie haben auf 660 Seiten versucht ein möglichst genaues, an vielen Stellen zu genaues, Bild der „Baader-Meinhof-Bande“ zu erstellen. Als Protagonist der Anfangsjahre wurden Sie zum Zeitzeugen, der in diesem Buch versucht den allwissenden Erzähler zu spielen, aber dazu nicht in der Lage ist. So wird ihr Buch nicht den Makel des Spekulativen, des Unsachlichen los. Verständlich erscheint, dass sie ihre geheimen Informanten nicht preis geben wollen, aber die ein oder andere Fußnote hätte Aufwertung bedeutet. So allerdings liest es sich wie eine gute Räubergeschichte, die all zu oft von Nebenschauplätzen gestört wird. Deren Realitätsgehalt man sich als Nachgeborener immer wieder ins Gedächtnis rufen muss.
Ob die Mythen jemals restlos aufgeklärt werden? Ein großer Schritt in diese Richtung wäre die restlose Freigabe der Ermittlungsakten, aber aufgrund von Vertuschungen werden wohl für immer Lücken und Platz für neue Spekulationen bleiben.

Freitag, 28. September 2007

Auf gehts Hertha - Kämpfen und Siegen!

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Montag, 24. September 2007

...

Allmählich findet sich alles zusammen, so scheint es zumindest. Das alte Zimmer ist gemalert, das neue teilweise eingerichtet und das Internet steht seit heute auch wieder. Lernend sitzt man auf der Terrasse – die Ruhe genießend – und denkt im Stillen: treibt die Schweine in den Wald es scheint ein Eicheljahr zu sein.
Darf mir aussuchen, was wir nächste Woche im Bauch-Rücken-Kurs machen. Habe mir Seilklettern ohne Beine und Klappmesser an der Sprossenwand gewünscht.

Dienstag, 18. September 2007

Zurück in Grundschultagen

Endlich mal etwas für den durch die Examensarbeit arg geschundenen Rücken zu tun. Da eine Freundin einen Kurs zur Rückengymnastik anbietet und das auch gleich in der Nähe meines neuen Wohnortes war, ging ich hin – endlich mal etwas für den Rücken tun.
Abschreckend war der Umstand, dass die Leibesertüchtigung in der Turnhalle meiner alten Grundschule stattfand und so der Umstand, dass ich wieder bei Mutti wohne noch deutlicher zum Tragen kam. Damit hätte ich mich ja abfinden können, aber das ich mit meinen noch nicht einmal dreißig Lebensjahren nicht in der Lage war den Altersdurchschnitt der ca 15 Kursteilnehmer um zwei Jahre zu drücken, machte schon ein wenig mulmig. Es begann mit lustigem Kreishüpfen steigerte sich über partnerschaftliche Kraftübungen zum eigenständigen Bauch- und Rückenmuskeltraining. Mein Bruder, der mich dorthin brachte, riet mir mich mit meinen Sportsgenossen einmal die Operationserfahrungen miteinander auszutauschen. Wer den Schaden hat... Diesen Spott konnte ich ja noch ertragen allerdings erschreckte mich die Feststellung, dass ich nach der guten Stunde „Sport“ geschwitzt war.

Samstag, 15. September 2007

Umzug sucks

Umzug ist doof!
Da sitzt man in einem Chaos, dass noch größer ist als normal und packt sinnloses Zeug – von dem man sich aber nicht trennen mag – in unzählige Kisten und ist am verzweifeln.
Eigentlich sollte ein Wohnungswechsel den Beginn einer neuen Lebensphase darstellen und da man noch jung ist sollte so ein Kraftakt immer den Weg aufwärts sein.
Dieses Gefühl stellt sich allerdings bei mir gerade nicht ein. Vor drei Wochen habe ich die Examensarbeit abgegeben und könnte/müsste schon wieder jeden Tag in der Bibliothek sitzen, statt dessen bin ich auf der Jagd nach Kartons, Helfern, Autos und empfange fremde Leute in meinen vier Wänden, die alle die Farbe meiner Wand anstößig finden. Es grenzt schon ein wenig an ein Festkrallen am Status quo, denn die Aussicht wieder bei Mutti einzuziehen ist alles andere als verlockend. Auch wenn an dieser Stelle angeführt werden kann, dass ich von Oktober bis Mai in den Bibliotheken dieser Stadt zubringen und somit recht wenig Zeit in meinem Elternhaus sein werde, tröstet es nicht darüber hinweg die erlangte Selbstständigkeit wieder zum Teil aufgeben zu müssen. Zudem ist der Weg in das Herz der Großstadt auch noch unerhört lang.
So sitze ich im Chaos, trinke Wein aus Wassergläsern, höre Musik und möchte eigentlich nicht loslassen.

Donnerstag, 13. September 2007

Am Ende kommen Touristen

Ein sehr guter Film, der die Ermordung der Juden Europas aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und karrikiert.
Der deutsche Sven kommt nach Oswiecim, weil es mit seinem Zivildienstplatz in Amsterdam nicht geklappt hat und muss sich um die Begegnungsstätte, Schulklassen und Zeitzeugen kümmern.
Neben seiner persönlichen Betroffenheit trifft er auf Einheimische, die ihr Leben im Schatten des Lagers zugebracht haben und dem Zuschauer offenbaren sich Einblicke, wie die Eingesessenen mit dem benachbarten Schicksalsort umgehen. Zeitzeugen werden zur Belastung, da sie reparieren statt zu restaurieren. Bei den Deutschen steht die Betroffenheit im Mittelpunkt, die auf verschiedene Weise präsentiert werden kann.
Ein sehr wertvoller Film über die verschiedenen Umgangsformen mit dem Holocaust.

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Sonntag, 26. August 2007

Terror im Kopf und in der Literatur - Im Westen nichts Neues

Es ist Sonntag der 26. August kurz nach zwöf Uhr. Wie die letzten Tage sitze ich auch diesen wahrscheinlich fast in Gänze vor dem Bildschirm und sorge für den nötigen Feinschliff meiner Examensarbeit. Abgabetermin ist der 28.08.07. Gibt noch einen Batzen Arbeit und eine Korrekturfassung ist noch im Umlauf.
Wen verwundert es, wenn sich mein momentaner Literaturgeschmack der allgemeinen Hektik anpasst? Die Lektüre des Baader-Meinhof-Komplexes wurde für zehn Tage durch "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque unterbrochen.Der beschauliche Linksradikalismus der siebziger Jahre abgelöst durch das Inferno an sich. Vier Jahre Grabenkampf mit Ratten, Bomben und Gas. Zu Recht ein Klassiker der Weltliteratur!
Vielleicht sollte die Bundeswehr dieses Buch einmal mit den Musterungsbescheiden an die jungen Männer Deutschlands herausschicken - da lesen sie wie es ist Krieg nicht nur zu spielen. Vielleicht hätte meinem Großcousin es auch einmal lesen sollen - wobei sich bei der Marine wohl eher der Film "Das Boot" angeboten hätte.

Sonntag, 19. August 2007

Death Proof

Nur mal so zur Ablenkung.


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Stuntman Mike heißt die Kanaille und ist ein ziemlich fieser Typ der es auf schicke Mädels abgesehen hat…heiße Frauen, heiße Autos und ein bisschen Gewalt.

Wer hofft, dass der gute Quentin Tarantino direkt an Kracher wie Kill Bill oder Pulp Fiction anknüpft, der wird auf ganzer Linie enttäuscht. Death Proof ist ein auf alt gemachter Roadmovie, der seine Längen hat. Von den 113 Minuten geht es höchstens 20 Min zur Sache. Obwohl der Regisseur zahlreiche alte amerikanische Filme adaptiert hat, kann sich der Laie nicht freuen, da er sie zumeist nicht kennt.
Besonders gefallen hat der hübsche Gelbton zu Beginn, der an "Ein Duke kommt selten allein" erinnerte. Für Tarantino-Fans wohl ein Muss, ansonsten nicht so doll, weil der Film sich arg in die Länge zieht.

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

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