wenn ich letzte woche schon nervös war, dann befallen mich zur zeit panikanfälle. alles wegen dieser bekackten mittelhochdeutschen grammatik. so viel aufwand für beschissene zehn wörter - gehts noch herr professor?
gestern zur ablenkung im theater gewesen. stück war mies (rezension folgt) und man ärgert sich anschließend über derartigen mumpitz.
ich sag nur rumburak! oder hotzenplotz!
schön, dass jetzt auch noch die aussicht besteht, an einem sonntag in die bibliothek der fu zu müssen. examen macht schon irgendwie spass!
oscar Matzerath - 12. Jan, 11:56
da bin ich heute aufgestanden und war mächtig nervös, woran das wohl liegen mag?
Zur Sicherheit werde ich mich jetzt an meinen Arbeitsplatz in der Bibliothek begeben und noch mal schnell die mitgeführten Notizen durcharbeiten.
oscar Matzerath - 9. Jan, 10:36
So könnte man eine unendliche Geschichte fortschreiben, die diese Tage in ein neues Kapitel tritt. Nach dem Aufstieg – vor nun mehr zehn Jahren – befindet sich Hertha BSC auf der Suche nach torgefährlichem Personal. Diese spitzte sich zu, als der Storch (Michael Preetz) in den fußballerischen Ruhestand trat und sich keiner mehr fand der in der Lage war Tore zu schießen, indem er einfach sein langes Bein als Bande in die Flugrichtung des Balles legte und ihn somit in die gewollte Richtung zu lenken.
Was wurden uns da nicht für Granaten angekündigt und in das blau-weiße Trikot gezwängt. Wie leuchteten unsere Augen bei dem Klang der Namen wie Piotr Reiss, Ilja Aracic (in einem unglaublichen Coup vom damaligen Zweitligisten TeBe weggekauft), Bryan Roy, Ali Daei, Artur Wichniarek oder Fredi Bobic. Alles nahezu Geheimtipps, die so geheim waren, dass sie von ihren Torjägerqualitäten meist selbst nicht all zu viel wussten. Berlin als Hauptstadt brauchte aber auch mal so einen richtigen Brasilianer, der schon allein aufgrund seiner Herkunft Tore zu garantieren schien. Ballartisten und Fußballgötter wie Alex Alves, der fünf Minuten Weltmeister Lucio und neuestens Andre Lima waren und sind Spieler, die ihres Zeichens alle in den Slums von Brasiliens Millionenstädten mit der Blechdose am Fuß geboren wurden und, anstatt ordentlich in die Schule zu gehen, den ganzen Tag dem vermeintlichen Ball hinterherturnten. Genug der Klischees! In dieser Weise wurde den leitgeprüften Anhängern klargemacht, warum man zweistellige Millionensummen nach Übersee transferieren musste. Der Einfachheit halber schieben wir den mangelnden Torerfolg dieser Herren auf die schlechten Witterungsverhältnisse hierzulande. Wer mangelnde Sprachkenntnisse bzw. Betreuung – von Integration will man gar nicht erst sprechen – anmahnte, der wurde schon schief angesehen. Die sollen Tore schießen und nicht Schiller und Goethe lesen – verdammt. Es lässt auch schon dem weniger fußballerfahrenen Zeitgenossen ahnen, was für Auswirkungen diese neuzeitliche Personalverschleppung auf die Torjägerstatistik hatte – fast keine.
Ein neuer Trainer braucht neues Personal. Kein Problem, wenn der Arbeitgeber nicht mit ca. 46 Millionen Euro verschuldet wäre und sich die momentane Liquidität nicht durch die – später schmerzende - Abgabe von Vermarktungsrechten und den Verkauf von etablierten Stammpersonal und Talenten erkauft hätte. Es ist kein Wunder, dass die Verantwortlichen vom FC Zürich nicht gut auf Hertha BSC zu sprechen sind, da sie mit ansehen mussten, wie erst das Schulungspersonal und anschließend die besten Spieler an die Spree gelotst wurden. Aber die Schweizer wären nicht die Schweizer, wenn sie sich diesen neuesten Transfer nicht reichlich entlohnen lassen würden. Und wer ist einmal wieder so willig Unsummen für ein Talent zu überweisen, dessen Qualitäten sich bis jetzt nur in der schwächeren Schweitzer Liga bewähren konnten. Ich will an dieser Stelle nicht unken und den Teufel ans Brandenburger Tor malen, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass das Phänomen Hertha BSC und torgefährliche Stürmer einfach nicht zusammenpassen wollen. Wenn Herr Raffael die in ihn gesetzten erfüllen sollte, dann schleiche ich mich reumütig zu einem Heimspiel ins Olympiastadion und begaffe begeistert seine Ballkünste. Allerdings befürchte ich, dass mir dieses Vergnügen in den nächsten Jahren erspart bleiben wird.
Es ist durchaus möglich, dass die Liste mit Namen erfolgreicher Stürmer nicht vollständig ist. Für Ergänzungen bin ich dankbar. Bei Hertha scheint das Personalkarussell noch ein Karussell zu sein. Aufsteigen, ein paar Runden mitfahren und mit vollen Taschen und ruhmlos wieder absteigen.
oscar Matzerath - 9. Jan, 10:34
Diese Erkenntnis ereilte mich gestern Abend, gut eine Woche vor der ersten Examensklausur, beim Verfassen eines handschriftlichen Briefes. Schon nach wenigen Zeilen, die Seite war erst zur Hälfte gefüllt, tat mir die Hand weh und begann sich von der ungewohnten Bewegung zu verkrampfen. Oh Gott, wie soll das erst in einer Woche werden, wenn vier Stunden mit emsigen rhythmischen Schreibbewegungen verbracht werden, welche als Endprodukt eine, von profunden Sachkenntnissen strotzende, sonntagsschriftliche Klausur erschaffen sollen.
In diesem Moment kam die kauzige Stimme eines meiner Professoren in den Sinn, der uns einst im Grundstudium, als ich gerade die Fertigkeit des Schreibens mit zehn Fingern erwarb, mahnte mehr mit der eigenen Hand und dem Füller zu schreiben, da diese Fähigkeit bei den jungen Menschen unterzugehen drohe. Es brach Gelächter aus, so wie häufig wenn er uns mit seinen Ermahnungen zu besseren Menschen erziehen wollte. Neben seiner Pädagogischen Funktion übe er ebenfalls eine orthopädische aus, teilte er mir mit, als er mich mitten im Seminar aufforderte mich aufrecht hinzusetzen. Ein anderes Mal schrieb er an eine meiner Arbeiten auf das Deckblatt, mit einem Pfeil in Richtung Heftklammer, die, in ihrer Groteske, schon wieder komischen Worte „Heftet man so?“ Ich hatte in morgentlicher Eile die Heftklammer am linken oberen Rand nicht in der Stellung von unten links nach rechts oben aufsteigend angebracht, sondern nach einem vergeblichen Versuch die entgegengesetzte Ausrichtung nicht gewählt sondern vielmehr in Hektik fabriziert. An dieser Stelle kann ruhig unerwähnt bleiben, dass sich dieser Mann in seinen letzten Semestern zu einem, für Studenten, Kollegen, Universitätspräsidenten und für die Frauenbeauftragte kaum noch tragbaren Egozentriker entwickelte, der seiner Pensionierung geradezu entgegenzuschreien schien.
Es gab nur wenige Studenten, die es mit ihm aushielten. Auch mich zog es weniger aus Begeisterung und Wissbegier in seine Veranstaltungen, statt dessen war es eher die Suche nach altersstarsinniger Belustigung. Dementsprechend wenig blieb auch von der Französischen Revolution, der Renaissance in Italien, dem päpstlichen Nepotismus, dem Abfall der Niederlande von Spanien, dem transatlantischen Sklavenhandel, der Magna Charta und der Schlacht auf dem Lechfeld bei mir hängen, aber seine, in ihrer Verschrobenheit schon wieder altersweisen Ratschläge werden ein Leben lang in mein Gedächtnis eingeprägt bleiben. Vor einigen Monaten, als ich mit einem Rückenleiden in der städtischen Klinik weilte, erwachte ich eines Nachts, nicht von den an Onanie grenzenden Klagelauten meines Leidensgenossen, sondern weil sich eine Schemenhafte Gestalt an mein Bett geschlichen hatte, die sich mir durch unverkennbare Merkmale als eben dieser Professor zu erkennen gab, und leise in meine, noch von der Operation vernebelten Sinne raunte: „hätten Sie mal mehr gerade gesessen, sie Faulpelz.“
Gestern Abend besann ich mich also des Ratschlages, vielleicht war es auch schon als unterschwelliger Befehl zu verstehen gewesen, den allerdings fast niemand befolgte, den samstäglichen Kohlkauf auf dem Wochenmarkt nach seinem Vollzug zu Hause handschriftlich auf vier Seiten, am Küchentisch sitzend, niederzuschreiben – weil ja niemand mehr in der Lage wäre noch vernünftig mit der Feder zu schreiben. Mittlerweile scheint es mir fast zu spät zu sein, diese jahrelange Versäumnis innerhalb von, nunmehr sind es noch sechs, wenigen Tage nachzuholen.
Ach, hätte ich diese Zeilen doch ebenfalls mit der Hand auf ein Blatt Papier gebracht.
oscar Matzerath - 4. Jan, 14:16
Ein Held meiner Kindheit in wÜRDE ERGRAUT:

oscar Matzerath - 14. Dez, 10:44
Hier sitzt man im Keller der Bibliothek und ist am recherchieren - für die Examensklausuren im Januar und erfährt aus seinem eigenen Blog, dass es Draußen mittlerweile dunkel und 2 Grad sind. Da bleibt man doch lieber im Keller. Hier ist es leidlich warm und hell, aber wenn man hier zu lange hockt, dann riecht man nach alten Zeitschriften.
Nachdem es Kritik an meinem letzten Beitrag gab, wurde er wieder gelöscht, obwohl sich am Sachverhalt keinesfalls etwas geändert hat. Aber wie sagte ein Vereinskollege zu mir: "Der Misch ist ein alter, verbohrter Mann, den kann man nicht mehr ändern. Schlimm sind die Leute, die ihm verfallen sind."
Besten Dank für diese wahren Worte.
Ansonsten gehts jetzt Heim - also raus ins kalte dunkle Berlin.
oscar Matzerath - 26. Nov, 18:35
(ach ja, und in Bogensee waren wir auch noch 5 Minuten)
Der Ausflug war der beste Beweis dafür, dass nicht jede Exkursion mit dem Herrn Professor ein Genuss ist. Von anderen Fahrten (Krakau, Breslau, Danzig) und Ausflügen (Karlshorst, Normannenstraße, Oranienburg…) geblendet, entschied man sich freiwillig sich an einem Samstagmorgen um 8 Uhr, nach Rügen aufzubrechen und dort das nie fertiggestellte KdF-Bad „Prora“ zu besuchen. Nach einer quälend langen Busfahrt angekommen hatte man ganze 30 Minuten Zeit sich das Gelände anzusehen. Beachtlich wenn man bedenkt, dass die Gebäude schon zusammen 4,5 km lang sind. Aber da wir in der ehemaligen Reichshauptstadt beheimatet sind, erfreuten wir uns diese Zeit lieber am Meer und sahen so gut wie nichts von den abstrusen Planungen, die es 20.000 Menschen gleichzeitig ermöglichen sollte sich an der See zu erholen. Die nächsten Stunden wurden im Gebäude verbracht, um eine Ausstellung anzusehen, die Teils gelungen und Teils misslungen erschien. Aufgrund guter Beziehungen des Herrn Professors war es uns vergönnt uns zwei Stunden mit dem Leiter des Museums auszusprechen, natürlich drinnen. Als es um 17 Uhr auf den Heimweg ging, hatte man das Gefühl den ganzen Tag nur gesessen zu haben und fühlte sich ein wenig an der Nase herumgeführt. Immerhin gab es eine schöne Ansichtskarte für die Lebensabschnittsgefährtin des Großvaters.
Nächstes Jahr geht es wohl zum Reichsparteitag (sgelände) nach Nürnberg. Allerdings wollte ich noch den Vorschlag machen mit Christel Focken zur Wolfsschanze zu fahren. Das käme beim Professor bestimmt gut an.

oscar Matzerath - 5. Nov, 19:38
Groningen zu einer Zeit in der die Häuser mit Kachelöfen geheizt, die Rohrpost noch in Betrieb und die Autos bequem gestohlen werden konnten, da einfach nur ein Anlasser zu betätigen war. Zu dieser Zeit erfährt der Prokurist Kees Popinger das sein Chef die solide Firma durch Spekulationen in den Ruin getrieben hat. Dies nimmt der Protagonist zum Anlass, um aus seinem bürgerlichen Leben auszubrechen und seinen Gelüsten nachzugehen. Aufgrund eines Lustmordes verschlägt es ihn nach Paris, wo er ziellos durch die Stadt wandert – immer auf der Flucht vor der Polizei und der Pariser Unterwelt.
Eine recht kurzweilige Lektüre, die vor allem durch sein lahmes Ende enttäuscht. Obwohl die Frage offen bleibt, ob der Protagonist wirklich verrückt oder nur schlauer als alle anderen ist. Aber auch dem Schlauesten dürften die Mauern der geschlossenen Psychiatrie irgendwann zu Eng sein.
oscar Matzerath - 22. Okt, 11:01
Es gibt Millionen von Büchern und wir lesen nur einen winzigen Teil davon. Da ist es besonders schön auf eines zu stoßen, welches einen gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen bringt. Eines, das einen Weg in die Zukunft zu weisen scheint…
Schon vor 25 in Amerika erschienen, kann man es seit letztem Jahr auch bei uns lesen. Anfänglich erinnert es ein wenig an „Stand by me – die Geschichte eines Sommers“, Amerika zu Beginn der sechziger Jahre. East Chicago wirkt wie ein Kaff im mittleren Westen, wo man jedes Haus und jede Straße kennt und muss doch viel größer sein. Ein Highschoolabsolvent erlebt seinen letzten Sommer in seiner Heimatstadt. Geplagt von der Liebe, der Unwissenheit über seine Zukunft, dem Fernweh und dem Krebstod des Vaters, treibt er durch das Leben, um schließlich alles hinter sich zu lassen und den Rücken zu kehren.
Vom Neid geplagt legt man das Buch zur Seite und wünscht sich die Prüfungen hinter sich zu haben und frei zu sein. Das einem alle Türen offen stehen und die Welt, die so groß ist, irgendwo einen Deutschlehrer braucht – nur nicht in Berlin. Wenn das alles vorbei ist, werde ich bewusst keine Bewerbung an den Berliner Senat schreiben – endlich mal wegkommen in die große weite Welt. „Und so ging ich in die Welt hinaus“
oscar Matzerath - 16. Okt, 10:52