ab heute sind es noch zwei wochen bis zur abgabe der examensarbeit. es gibt noch viel zu tun, aber schon jetzt danke ich meinem lektor!
Was für eine bedeutung hat aber der jazzmusikant drüben vor dem bahnhof? sind es fanfaren auf der zeilgerade oder doch eher die posaunen von jericho?
oscar Matzerath - 15. Aug, 08:27
Liebe V.
wenn du diesen Beitrag lesen solltest, dann kann es sein, dass du beginnst mich zu hassen. Aber bitte bedenke, dass dies hier als selbsttherapeutisches Schreiben zu betrachten ist und ich sonst kaum einen klaren Gedanken fassen kann – bevor ich mich nicht von diesen Erinnerungen getrennt habe.
Eine Freundin von mir hat seit einigen Monaten eine neue Beziehung. Kurzer Einschub: Sie achtet immer darauf in ihren Beziehungen die geistig besserbemittelte zu sein. Jedenfalls sollte uns anlässlich zum Geburtstag ihres Freundes die neue gemeinsame Wohnung gezeigt werde, die sich als schön und mit Gartenteich erwies. Die anderen Gäste entsprangen dem Verwandten- und Bekanntenkreis des Geburtstagskindes.
Der Leser mag mich von nun an für arrogant und spießig halten, aber auf der Feier fühlte ich mich einfach nicht wohl, obschon es ein bis zwei Stunden dauerte bis sich dieser Zustand einstellte. Aber als um halb neun angefangen wurde Goldaue mit Cola in rauen Mengen zu trinken, ließ es sich nicht mehr verbergen. Ein Großteil der restlichen Gäste schien direkt den Nachmittagstalkshows der privaten Fernsehsender entsprungen zu sein. Die Wohnung ist zudem noch recht örtlich gelegen, sodass sich eine Flucht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als fast unmöglich erwies. Man befand sich in einer Umgebung gefangen, in der Bildung nicht nur ein Fremdwort, sondern ein Makel, zu sein schien. Vor Schlagern der letzten dreißig Jahre und Techno-„Musik“ suchten wir Schutz in der Küche. Nach einiger Zeit verstummte die Musik und kein Partygast war mehr im Wohnzimmer. Auf die Frage, ob die Polizei erschienen wäre, bekamen wir die Antwort: „Wenn ihr in der Küche feiert, dann machen wir unsere eigene Party im Badezimmer.“ Hat man so etwas kindisches schon mal erlebt? Der Gastgeber machte uns prompt dafür verantwortlich seinen Geburtstag zerstört zu haben, da wir ja in der Küche gesessen hätten. Das ganze drohte ziemlich schnell zu eskalieren und um dies zu verhindern, wurde der geordnete Rückzug angetreten. Unsere Freundin schrie sich noch, bis auf die Strasse hörbar, mit ihrem Freund die Seele aus dem Leib. Sorry V. aber es ging einfach nicht. Du hast es ja gemerkt. Ich fühle mich nicht wohl auf einer Feier, auf der Frisuren, unbezahlbare Autos und der Besuch im Ku´Dorf zu den angesagten Gesprächsthemen gehören. Zudem finde ich es nicht so schön wenn die Verwandtschaft nur schreiend miteinander zu kommunizieren pflegt.
Leid tun einem die Kinder(6 Jahre), die neben ihrer Mutter sitzen wenn diese eine Sponge-Bob Puppe auf dem Schoß hat und mit verstellter Stimme erzählt wie Bob gerade onaniert und seinen Freund Patrick auffordert sich zu bücken und das er doch auf dicke Nippel steht.
oscar Matzerath - 7. Jul, 12:06
oscar Matzerath - 3. Jul, 13:01
Es ist nicht schön, aber Musikpiraten machen es möglich, dass man sich den neuesten Streich der DR3I Detektive aus Rocky Beach bereits vor seiner Veröffentlichung aus dem Internet holen kann. Besonders brisant ist dies, weil die Veröffentlichung des neuesten Streiches aufgrund von Lizenzstreitigkeiten auf unabsehbare Zeit verschoben wurde. Nachdem bereits die Kultserie „Die drei ???“ aus ebensolchen Streitigkeiten kaputt gemacht wurde, scheint die Geldgier auch vor dem Nachfolger nicht halt zu machen …
Die DR3I und der kopflose Reiter soll der Fall diesmal heißen. Um es kurz zu machen möchte ich die Handlung kurz umreißen: Ein kopfloser Reiter, der sich als Werbefigur entpuppt, macht R.B. unsicher. Die Detektive heften sich auf seine Fersen und finden heraus, dass es um mehr geht als nur um einen indianischen Geist. Dieser Indianer soll zu Lebzeiten versucht haben den Bau der transkontinentalen Eisenbahn zu verhindern, zufällig schrieb er Tagebuch in englischer Sprache und hatte auch noch einen Schatz versteckt, welcher sich wieder einmal als vollkommen wertlos erweist.
Wie oft wurde nun schon nach Schätzen gesucht? Und wie oft haben sich diese in den letzten Folgen als leere Fässer, Alkoholvorräte oder Rätselbücher erwiesen? Wenn es kein Piratenschatz ist, dann müssen Indianer herhalten, die entweder Schatzkarten auf Pferdeärschen platzieren oder eben Tagebuch schreiben…
Es ist wahrscheinlich schwer, nach insgesamt 130 Folgen noch neue Fälle zu entwickeln, aber wenn es nicht geht, dann geht es halt nicht mehr. Bevor alter Stoff durch den Mixer gedreht werden muss, um zu neuem Mist zu kommen, findet doch bitte einen krönenden knallenden Abschluss. Wir sind doch hier nicht bei TKKG.
oscar Matzerath - 2. Jul, 22:07
Gestern habe ich einen neuen Automaten gesehen, der durchaus praktisch aber auch überaus lebenswichtig sein kann. Zuerst hielt ich es für einen Zigarettenautomaten, wunderte mich allerdings warum da eine Aidsschleife draufgemalt war. OK. Hier in der Stadt ist gerade CSD, da muss man schon offensiv Werbung machen, aber für einen Kondomautomaten hing er an einer unüblichen Stelle: Genau hinter dem Bahnhof ZOO, fast dort wo die jungen Männer immer auf den Moshammer warten, der schon so lange nicht mehr da war.
Es ist ein Spritzenautomat für Einwegspritzen. Über Preise und Mengen kann ich allerdings keine Aussage machen, da das Ding mich noch ein bisschen gruselt.

oscar Matzerath - 23. Jun, 11:18
Es gibt ja kaum etwas Schöneres, als morgens um sieben die Badesachen zu packen und ins Olympiastadion zum Schwimmen zu fahren. Da kommt gute Laune auf, auch wenn man innerlich den Zeitungsboten verflucht, der es nicht schafft den Tagesspiegel bis um 7.15 in den Kasten zu stecken. Man könnte sich ja die Wartezeit auf die S-Bahn durch Lektüre vertreiben, andernfalls droht der spätere Schwimmer wieder einzuschlafen – ist halt nicht ganz meine Zeit. Nachdem man 2 Euro an der Kasse hinterlegt hat und sich auf den verwinkelten Weg zu den Umkleidekabinen macht, kommen einem wirklich schon die ersten „Sportschwimmer“ entgegen, die schon wieder nach Hause gehen – man bedenke es ist Viertel vor acht. In der Umkleide duftet es himmlisch nach Urin und man muss genau darauf achten, wo man hintreten kann. Während des Umkleidens kommt einem ein Badebesuch des Vorjahrs in den Sinn, an dem nicht nur ein in der Sammelkabine onanierender Greis gerüchtehalber im Becken seine Runden drehte, sondern auch der durchgebräunte Bademeister mit den lustigen Indianerköpfen auf Brust und Rücken, der nur mit zwei Schraubenziehern bewaffnet in der Lage war Schränke zu öffnen, was den Beschluss beförderte Wertsachen von nun an zu Hause zu lassen. Im Becken herrscht schon wieder guter Betrieb und es stellt sich die Frage, warum die alten Leute so ein Problem mit dem Ausschlafen haben. Dass ich mit Abstand der Jüngste bin mache ich nicht nur an meiner makellosen Haut fest, na gut auf dem Rücken habe ich eine kleine Narbe, sondern auch an meinem Schwimmtempo. Nach Bahnen bin ich heute 800m geschwommen, aber bei den vielen Bögen, die ich ziehen musste, weil die Alten partout nicht schnell genug reagieren können, um rechtzeitig auszuweichen, bin ich bestimmt wieder auf 100m mehr gekommen. Was mich auch an den Heimweg in der Nacht von Sonntag auf Montag erinnert, in der ich einigermaßen angebohrt vom Gesundbrunnen in Schlangenlinien durch die Stadt pflügte. Zum Glück kann mir auf meinem Rad niemand den Führerschein abnehmen. Jedenfalls habe ich in dieser Nacht ein Drittel mehr Zeit für den Rückweg als für den Hinweg benötigt. Es kann doch nicht so viel länger dauern, nur weil man fortwährend klingelt und lauthals pfeift?!
Das Schwimmen ist jedenfalls die helle Freude und siehe da, als ich gerade gestählt aus dem Becken gestiegen bin, da kamen doch glatt zwei Frauen meines Alters fröstelnd – bei 22Grad – ans Becken geschlendert. Das macht Hoffnung, weil irgendwann sind die Alten ja auch nicht mehr bei uns und man kann schließlich nicht alleine durch so ein großes Becken schwimmen. Mein Großvater sagte, zu einer Zeit als es ihm noch besser ging, „Die Einschläge kommen immer näher“ – was ich ziemlich treffend finde.
Wer, dank meiner Werbung, Lust bekommen hat einmal mit mir durch dieses Sammelsurium von Badekappen und Streifenbadehosen zu kraulen, der melde sich ganz einfach. Schön leer ist es an verregneten Nachmittagen, wenn die Apachen, die an den heißen Tagen immer arschbombend von den Klippen springen um harmlose Reisende zu versenken, in Internetcafes Ego-shooter spielen.
oscar Matzerath - 21. Jun, 10:44
Verschleppt
habe ich gerade einen Marienkäfer,
der mich aufgrund meines T-Shirts anflog.
Verschleppt
habe ich ihn
in die Zeitschriftenabteilung der Bibliothek
hier flog er davon
und findet nie wieder hinaus.
oscar Matzerath - 14. Jun, 21:22
Ein schönes Bild, welches das Österreich-Ungarn kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zeigt. Kaum zu glauben, dass der Zauberberg und dieses Buch zur gleichen Zeit spielen.
Besonders schön war es zu sehen, dass im Festsahl der Universität Wien, der aus den sechziger Jahren stammt, der Franz Joseph an der Wand hing, neben seiner Mutter.
Tradition verpflichtet anscheinend.
oscar Matzerath - 13. Jun, 22:31