Donnerstag, 21. Juni 2007

Es lebe der Frühsport!

Es gibt ja kaum etwas Schöneres, als morgens um sieben die Badesachen zu packen und ins Olympiastadion zum Schwimmen zu fahren. Da kommt gute Laune auf, auch wenn man innerlich den Zeitungsboten verflucht, der es nicht schafft den Tagesspiegel bis um 7.15 in den Kasten zu stecken. Man könnte sich ja die Wartezeit auf die S-Bahn durch Lektüre vertreiben, andernfalls droht der spätere Schwimmer wieder einzuschlafen – ist halt nicht ganz meine Zeit. Nachdem man 2 Euro an der Kasse hinterlegt hat und sich auf den verwinkelten Weg zu den Umkleidekabinen macht, kommen einem wirklich schon die ersten „Sportschwimmer“ entgegen, die schon wieder nach Hause gehen – man bedenke es ist Viertel vor acht. In der Umkleide duftet es himmlisch nach Urin und man muss genau darauf achten, wo man hintreten kann. Während des Umkleidens kommt einem ein Badebesuch des Vorjahrs in den Sinn, an dem nicht nur ein in der Sammelkabine onanierender Greis gerüchtehalber im Becken seine Runden drehte, sondern auch der durchgebräunte Bademeister mit den lustigen Indianerköpfen auf Brust und Rücken, der nur mit zwei Schraubenziehern bewaffnet in der Lage war Schränke zu öffnen, was den Beschluss beförderte Wertsachen von nun an zu Hause zu lassen. Im Becken herrscht schon wieder guter Betrieb und es stellt sich die Frage, warum die alten Leute so ein Problem mit dem Ausschlafen haben. Dass ich mit Abstand der Jüngste bin mache ich nicht nur an meiner makellosen Haut fest, na gut auf dem Rücken habe ich eine kleine Narbe, sondern auch an meinem Schwimmtempo. Nach Bahnen bin ich heute 800m geschwommen, aber bei den vielen Bögen, die ich ziehen musste, weil die Alten partout nicht schnell genug reagieren können, um rechtzeitig auszuweichen, bin ich bestimmt wieder auf 100m mehr gekommen. Was mich auch an den Heimweg in der Nacht von Sonntag auf Montag erinnert, in der ich einigermaßen angebohrt vom Gesundbrunnen in Schlangenlinien durch die Stadt pflügte. Zum Glück kann mir auf meinem Rad niemand den Führerschein abnehmen. Jedenfalls habe ich in dieser Nacht ein Drittel mehr Zeit für den Rückweg als für den Hinweg benötigt. Es kann doch nicht so viel länger dauern, nur weil man fortwährend klingelt und lauthals pfeift?!
Das Schwimmen ist jedenfalls die helle Freude und siehe da, als ich gerade gestählt aus dem Becken gestiegen bin, da kamen doch glatt zwei Frauen meines Alters fröstelnd – bei 22Grad – ans Becken geschlendert. Das macht Hoffnung, weil irgendwann sind die Alten ja auch nicht mehr bei uns und man kann schließlich nicht alleine durch so ein großes Becken schwimmen. Mein Großvater sagte, zu einer Zeit als es ihm noch besser ging, „Die Einschläge kommen immer näher“ – was ich ziemlich treffend finde.

Wer, dank meiner Werbung, Lust bekommen hat einmal mit mir durch dieses Sammelsurium von Badekappen und Streifenbadehosen zu kraulen, der melde sich ganz einfach. Schön leer ist es an verregneten Nachmittagen, wenn die Apachen, die an den heißen Tagen immer arschbombend von den Klippen springen um harmlose Reisende zu versenken, in Internetcafes Ego-shooter spielen.

Donnerstag, 14. Juni 2007

Verschleppt

Verschleppt
habe ich gerade einen Marienkäfer,
der mich aufgrund meines T-Shirts anflog.

Verschleppt
habe ich ihn
in die Zeitschriftenabteilung der Bibliothek
hier flog er davon
und findet nie wieder hinaus.

Mittwoch, 13. Juni 2007

Josepph Roth - Radetzkymarsch

Ein schönes Bild, welches das Österreich-Ungarn kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zeigt. Kaum zu glauben, dass der Zauberberg und dieses Buch zur gleichen Zeit spielen.
Besonders schön war es zu sehen, dass im Festsahl der Universität Wien, der aus den sechziger Jahren stammt, der Franz Joseph an der Wand hing, neben seiner Mutter.
Tradition verpflichtet anscheinend.

Samstag, 9. Juni 2007

Endlich

Es erinnert mich ein wenig an meinen Bandscheibenvorfall im Krankenhaus. Nach der Operation war ich nicht im Stande in die an meinem Bett hängende Ente zu pinkeln. Der Wille war da, aber es ging nicht. Nach ein paar weiteren Stunden wagte ich den erneuten Versuch. Volle Konzentration, den ganzen Willen zusammengeballt - als abschreckendes Beispiel diente der Katheder des Opas - mehrer Minuten verharrte ich in vollkommener Konzentration. Man kann schon fast sagen ich meditierte mit dem Schwanz in der Ente.
Nach mir endlos vorkommender Zeit klappte es. Ich erspare euch weitere Einzelheiten.
So ähnlich verhält es sich mit der Examensarbeit. Es herrschte bis gerade eben eine Schreibblockade vor. Für heute Abend habe ich alle Verabredungen abgesagt, die Batterien aus dem Telefon genommen, ein Glas kalte Apfelschorle auf dem Schreibtisch und die Mitbewohner rausgeschmissen. Der Perfekte Moment. Ein Widerstand musste noch überwunden werden und dann ging es los...
Mann könnte es auch mit dem ersten Mal Wichsen vergleichen. Nicht genau ahnend, was gleich passieren würde treibt man das Spiel so weit, bis sich ein enormer Druck Bahn bricht.
Ich bin gespannt, was draus wird

Montag, 21. Mai 2007

Bausünden I

Inspiriert wird dieses Projekt durch einem Kalender, den die UdK-Berlin heruasgegeben hat. Wer schöne Sachen hat, der kann sie mir gerne schicken, dann machen wir ein Konkurrenzprojekt auf.

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Man muss dazu sagen, dass es sich hier um ein "durchgehendes" Backsteingebäude handelt.

Exkursion nach Danzig Mai 07

Wieder einmal sind die Tage viel zu schnell davon gerannt, so dass man sich am vierten wunderte - war das alles?
Danzig die Perle an der Ostsee, diese Phrase, schon tausende Male bemüht, stellt ihre Gültigkeit unter Beweis.
Abschließnd bleibt zu sagen, dass die Fahrt wesentlich entspannender war als die beiden vorherigen - was am Programm und an der Gruppe lag.

Wie gesagt, alles etwas entspannter
mit-benz-am-strand

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Die individuelle Besichtigung des Konzentrationslagers Stutthof

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Es sind die Details, die die Häuser so liebenswert machen - wie hier das Haus von Schopenhauer


Jedes polnische Schulkind kennt die Westerplatte und weiß, dass an dessen Fuß nicht geshalfen wird. Gut das ich kein polnisches Schulkind bin.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Humanism in China

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Eine Fotoausstellung dieses Namens ist zur Zeit zu Gast in Berlin. In spuckweite zum Bahnhof Zoo können 580 Fotos aus China von Chinesen der letzten Jahrzehnte betrachtet werden.
Für den Mitteleuropäer war nach einer Stunde aber der Reiz allmählich dahin. Grund war wahrscheinlich auch die mangelnde Größe der ausgestellten Fotos und der Umstand, dass sie teilweise in Dreierreihen die Wand herunterhingen und wenn man den Titel und das Jahr erkennen wollte, dann musste man sich doch mächtig bücken. Macht mit Hüftgurt keinen Spaß.

Ein Besuch lohnt vor allem am Donnerstag ab 18 Uhr, da kostet es nämlich nichts mehr.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Keine Lust in die Uni zu gehen

und wenn ich nicht noch zwei wichtige Formulare fürs Examen zur Unterschrift vorlegen müsste, dann würde ich zu Hause bleiben.
Den Kompromiss, für mein Examen zu lesen, würde ich eingehen, aber sonst....

Sonntag, 6. Mai 2007

Was für ein verschiedener Tag.

Der besagte Tag begann nicht gut, da einem ein am Abend zu bewältigender Polterabend die Stimmung schon am Morgen versaute. 10 Stunden zeitliche Differenz wollten wiederum sinnvoll genutzt werden.
Ein Weißwurstfrühstück sah die Tagesplanung ab elf vor und es war mal wieder nett sich von einem bayrischen Eingeborenen verköstigen zu lassen. Auch wenn sich dieser besagte Ureinwohner schon seit etlichen Jahren auf Wanderschaft befindet, vollzieht sich hin und wieder die Rückbesinnung auf heimatliche Bräuche und Gepflogenheiten. Bei dieser Gelegenheit konnte ich feststellen, was für scharfe Ärztinnen in Spe dieses Land hervorbringt.

Der Krankengymnast empfahl den regelmäßigen Besuch des Schwimmbades, um Bauch- und Rückenmuskulatur zu stärken. So wurde heute angebadet. Allerdings im gechlorten Wasser des Schwimmbades Olympiastadion. Da denkt man immer der Führer sitzt auf der Tribüne und applaudiert, während man selber seine unermüdlichen Bahnen zieht. Am Eingang kam man sich schnell so vor wie Frank Lehmann aus dem Buch von Sven Regner, allerdings mit dem Unterschied das man das Vorhängeschloss nicht für ein Pfand von 29 Mark leihen konnte, sondern für ein Entgelt von 6€ käuflich erworben werden musste. Da war es im Berlin der achtziger Jahre doch noch ein Stück humaner.

Und des Abends schließlich dieser abscheuliche Polterabend, der sich wie ein Bergmassiv, welches nicht zu umgehen war, vor einem auftürmte. Ich bin echt froh wenn sich zwei Personen gefunden haben und den Bund des Lebens eingehen wollen und auch schon Nachwuchs gezeugt haben, aber warum muss es ausgerechnet dieses Paar sein? Nun gut. Mir wurde eine mündliche Einladung überbracht – über zwei Ecken – was ja immer noch die Hoffnung auf eine gewisse Rückzugsmöglichkeit birgt. Schlecht gelaunt trat man die Anreise in den hohen Norden Berlins an und fand sich auch irgendwann am Ziel, um festzustellen, dass es ganz gut ist das die besagte Frau, die man schon aus Vorschulzeiten kennt, einen Mann gefunden hat, der sie nicht nur geschwängert hat, sondern auch noch bereit ist sie zu heiraten. Respekt.
Mit zwei Schulfreunden, die fast ebenso unverhofft in den Genuss einer Einladung gekommen sind, versuchte man sich zu betrinken, damit der Abend wenigstens ein schnelles Ende nehme. Aber als auch dies nicht funktionieren wollte verließ man besser die Festivitäten mit der Begründung man habe noch ein Kind zu Hause auf dem Herd, welches nicht anbrennen dürfe und außerdem … Jetzt sitzt man zu Hause mit einem Glas Mixgetränk vor dem Rechner und freut sich dieser Gefahr noch einmal entronnen zu sein. Zum Glück habe ich einen Schutzengel. Nicht auszudenken, was einem sonst noch so alles passieren könnte.

Zufallsbild

Tyne-Cort-Cemetery

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

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