Samstag, 20. September 2008

Hurra das ganze Dorf ist da – Kirmes!

Schräg vor meinem Fenster dreht sich ein leuchtendes Riesenrad und ich höre die Schreie der kleinen Mädchen, die kopfüber und diagonal von irgend so einem Teufelsrad durch die Luft gewirbelt werden. In Rheydt ist für Vier Tage Jahrmarkt. Das Übliche halt mit Autoscooter, Riesenrad, Schieß- und Fressständen. Reißenden Absatz fand Backfisch – ein teures Stück frittierter Masse, die eher überfahren als nach Fisch aussah. Komisch ist allerdings, dass die fettesten Menschen immer die größten Portionen essen! Hoffentlich gibt es nachher noch so richtig schön Schlägerei. Das gehört schließlich zu so einem Dorffest dazu.

Heute (23.9.) war der letzte Tag des Spektakels. Um 22 Uhr war Schicht. Danach begann der Abbau. Auf die Frage, wo es weiterhingeht wurde nur genuschelt "Bremen" - hier in der Ecke verdient man ja kein Geld. Das sagt viel aus über die Region bzw. die Sozialstruktur vor Ort.

Altberliner Größenwahn!

So richtig Stutti3 ist das hier schon seit einiger Zeit nicht mehr, aber erst seitdem ich im inländischen Ausland wohne und die Urlaubsvertretung im Zeitungslesen für meine Eltern übernommen habe, fällt es mir richtig auf.
Es ist eine Diskussion wie im Sommerloch, allerdings während der besten Bundesligazeit. Herr H. von Hertha BSC ist letzte Woche anscheinend vor Neid erblasst, als die Berliner Sportvereine Alba Berlin und die Eisbären von einem überaus solventen Investor eine neues Nest bzw. eine Höhle hingestellt bekamen. Wäre diese Halle mit den 13.000 Zuschauern, die unter der Woche Herthas Auftritt im UEFA-CUP mit ansahen, sehr gut gefüllt gewesen, hatte im Stadion jeder Zuschauer eine Sitzreihe für sich allein. Da kommt aus der Führungsabteilung des Fußball Bundesligisten der Ruf nach einem eigenen Stadion ohne Laufbahn – nur für den Fußball. Die Atmosphäre im Stadion sei so schlecht…. Machbarkeitsstudie wird in Auftrag gegeben – für schätzungsweise knapp 1.000.000 Million Euro. Platz hat Berlin ja bald genug. Auf den frei werdenden Flächen der innerstädtischen Flughäfen. Fragt sich nur noch, wer für die passende Infrastruktur sorgt, wo es die Bahn noch nicht einmal hinbekommt ihren eigenen Hauptbahnhof vernünftig an den öffentlichen Nahverkehr der Stadt anzubinden.
An dieser Stelle frage ich mich, ob es noch geht. Das erinnert an die Gepflogenheiten der Westberliner CDU aus den achtziger Jahren. Kein Geld im Beutel aber große Pläne machen. Irgendwer wird es schon bezahlen. Wenn Herr H. ein kleineres Stadion haben will, dann hat Berlin ein paar zur Auswahl. Die würden dann auch weniger Miete kosten als die 4,5 Millionen Euro, die Hertha jedes Jahr an die Stadt überweisen muss. Da ist man dann unter sich und die Fans kennen sich nach einer Saison alle persönlich und begrüßen sich mit Vornamen. Schön wenn man 30 Millionen Euro langfristige Schulden hat und auch in naher Zukunft nicht mit dem großen finanziellen Regen zu rechnen ist, solche Pläne zu schmieden. Vielleicht sollte das Geld für die Machbarkeitsstudie einfach mal für Transfers genutzt werden oder gar den Nachwuchs – wo doch der Trainer so junge formbare Spieler steht.
Oder wie wäre es einfach mal jeden Spieltag in den Berliner Grund- und Oberschulen 20.000 Freikarten zu verschenken? Dann ist die Hütte voll und bestimmt kommen einige dann in zwei Wochen mit den Eltern wieder. Man würde sich eine neue Generation an Fans heranzüchten, die dann regelmäßig das Stadion füllt. Allerdings ist die Grundvoraussetzung dafür eine attraktiv spielende Hertha. Warum sollen die Leute teuren Eintritt für einen schlechten Service zahlen. Bietet ihnen etwas und sie werden kommen!

Der neue Robert Schwan.

Mittwoch, 17. September 2008

Wie hat er das gemeint?

Heute hat mir ein Lehrer geraten "Besorgn Sie sich mal von Meyer das Buch "Wie funktioniert guter Unterricht"."

Dienstag, 16. September 2008

Endlich hat es Internet

und Telefon hat es jetzt auch im eigenen Heim. Jetzt muss man ncoh weniger vor die Türe (die schreiben hier das e bei Türe wirklich immer mit - auch in amtlichen Schreiben) gehen, da man jetzt das Geld bequem von zu Hause aus ausgeben kann. Telefon hats auch bald, wenn ich vom Internet losreiße und in den Elektromarkt pilgere.
Vor allem gibt es jetzt wieder Radio aus Berlin. WDR2 war echt Volksverblödung.

Bis die Tage

Freitag, 29. August 2008

Neues aus MG

Ach was soll denn das, dachte ich als mich heute morgen der Wecker unverhofft aus süßen schlüpfrigen Träumen riss. Meint der mich? Der Kampf dauerte noch eine halbe Stunde, bis ich aufstand mich aufs Rad schwang und zu halb acht in die Schule fuhr. Geschichte Leistungskurs 13. Klasse. So richtig 90 Minuten Frontalunterricht, allerdings richtig guter. Und selbst ich habe noch was gelernt. Schön wurde es, als der Lehrer anfing Konfessionsfeindliche Witze zu erzählen, um zu verdeutlichen dass sich Katholiken und Protestanten nicht ausstehen können.
Jetzt geht es erst einmal hinaus in das hiesige Nachtleben ein paar Biere verhaften.
Außerdem habe ich heute einen Festnetzanschluss beantragt.

Mittwoch, 27. August 2008

Lässig!

Oh kaputt ist diese Welt. Jetzt sitze ich den dritten Abend in Folge im Internetcafe zwischen Indianern und höre über das Internet Berliner Radio, zu Haus stinkt die Wohnung nach Lack und das Lehrerseminar erinnert an eine Selbshilfegruppe für Schluckis.

Die Uni war wie eine Wasserrutsche. Man stieg oben ein, schoss durch eine Röhre mit mehr oder weniger Kurven, verlor manchmal auch die Sicht und wurde schließlich irgendwann wieder hinausgespült

Dieser Satz kam heute von einem Kollegen, der, wer ahnt es nicht, philosophie studiert hat.

Habe heute meinen Mietvertrag unterschrieben und bin der Ansicht, dass ich nicht über den Tisch gezogen worden zu sein.
Aber besonders lässig ist, dass ich heute das erste Mal zu meiner Schule gefahren bin - mit dem Rad. 20 Minuten. Immer am Fluss lang durch den grünen Park. Gehts noch schöner? Kaum!

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Dienstag, 26. August 2008

AHoi!

Hier scheinen alle Leute im Seminar auf einer großen Welle der Euphorie zu surfen, warum nicht mit dabei sein?!

Montag, 25. August 2008

Auch in der neuen Heimat bleibt es am Leben

Oder auch gerade deshalb. Neue Eindrücke prasseln hier täglich von allen Seiten auf einen ein und die wollen dokumentiert werden. Demnächst werde ich mich auf Fotosafarie begeben, denn fremdartige Artgenossen gibt es hier jede Menge. Vor allem die Mundart hat es mir angetan. Das Rheinische ist schon was feines, woll!
Jetzt sind der Vater und der Freund abgefahren und man verbringt den ersten Abend in einem Internetcafe. Schön ist das nicht, ist aber auch nur für kurze Zeit.

Besuch ist immer gern willkommen und schließlich will ja jeder einmal Urlaub am Nabel der Welt machen - Mönchengladbach-Rheydt.

Mittwoch, 6. August 2008

Lustiges am Wegesrand

Wenn es keine Warnschilder geben würde, käme es zu so manch unverhofften Unglück!

k1

Würde ich ja gerne mal sehen, wie dort ein Kind nächtelang auf seine Rettung wartet.

k2

Mönchengladbach – morbider Ruhrpottcharme gepaart mit niederrheinischer Herzlichkeit

Mir fehlen irgendwie die richtigen Worte, um meine Eindrücke zu Papier bringen zu können. Auch Vergleiche mit Berliner Verhältnissen fallen mir schwer.
Architektonisch ist die Stadt eine Katastrophe! Im Krieg zu 65% zerstört, hat man den Eindruck, dass der Rest im Rahmen des Wiederaufbaus gleich mit plattgemacht wurde. Das Bild prägen fünfziger/sechziger Jahre Bauten – Plattenfassade und rechte Winkel, in den Außenbezirken oft eine Menge Klinker – und auch die Menschen stehen irgendwo zwischen gut und böse. Da hat man den Einen, der beschissene Wohnungen an den Man bringen will und der beleidigt ist, wenn man seine Wohnung ein großes Badezimmer nennt, weil die Fliesen von der Tür ins Bad und bis ins Wohnzimmer reichen. Vielleicht hätte ich ihm mal die Berliner Lokalität „Strandbad“ empfehlen sollen. Eine Leiter an die Wand und ein paar Bullaugen und fertig ist das Szenecafé. Dieser Herr kam im schwarzen Porsche daher und sah so aus als ob er am liebsten blonde dickbusige Oberschülerinnen auf die Matte legt. Ein Unsympath sondergleichen! Dann hat man den Kneipenwirt, der so ein bisschen Ruhrpottkanak spricht, dich aber gleich beim zweiten Treffen mit Handschlag und Vornamen begrüßt und nach ein paar Sätzen sofort bei der Wohnungssuche hilft. Die Kneipenbesucher, die anscheinend schon zum Inventar gehören und ihre pekuniären Aufwendungen für das Pay-TV damit begründen, dass sie die Folgen von GZSZ bereits schon am Vormittag sehen würden und somit den Abend anders/freier gestalten könnten. Finde ich schon ziemlich ausgefuchst! In Läden mit Armeebedarf wird groß das Sortiment angepriesen – besonders Bundeswehrbrot in Dosen – da könnte man denken, dass die sich für den Ernstfall bevorraten, ob dieser nun in einem neuen Krieg besteht oder einfach nur einem prolligen Grillabend mit ordentlich Hannen Alt, liegt im Auge des Betrachters.

brot

Die Fußballbegeisterung nehmen manche sogar mit ins Grab, zumindest bekommt man den Eindruck, wenn man das Sortiment eines Bestatters betrachtet, der dort Urnen im Fußballdesign präsentiert.

urne

Dass die Stadt so verbaut ist, schlägt sich auch auf dem Wohnungsmarkt nieder. Ich habe im Internet Wohnungen mit nur zwei Herdplatten gesehen, ohne Backofen, aber diese Wohnungen hatten zumindest eine Küche. Dies scheint nämlich im Ruhrpott absolut unüblich zu sein. Die einzige Wohnung, in der es eine topp Einbauküche gab, gehörte so einem faschistoiden Bayern, der bestimmt abends auf der anderen Straßenseite steht und guckt wie lange bei einem das Licht brennt und der darauf achtet, dass nach 22 Uhr keine Hausfremden Menschen mehr anwesend sind. Die schönen Wohnungen scheinen eh im festen Familienbesitz zu sein und von Generation zu Generation vererbt zu werden, wenn es so etwas überhaupt gibt.
Fazit: Immer noch keine Wohnung, zwar ein paar Optionen aber immer noch recht ratlos. Ein netter Schlag Menschen, wenn man von ein paar üblichen Ausnahmen absieht, aber da Berlin ja bekanntlich die Stadt der Freundlichkeit schlechthin ist, fallen die paar gar nicht auf. Ach ja, den Pennen scheint es dort nicht schlecht genug zu gehen, sie verschmähen Pfandflaschen. Und der örtliche Zigarrenladen ist ausdrücklich zu loben.

maria

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

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