Montag, 5. November 2007

Zu kurze Exkursion nach Prora

(ach ja, und in Bogensee waren wir auch noch 5 Minuten)
Der Ausflug war der beste Beweis dafür, dass nicht jede Exkursion mit dem Herrn Professor ein Genuss ist. Von anderen Fahrten (Krakau, Breslau, Danzig) und Ausflügen (Karlshorst, Normannenstraße, Oranienburg…) geblendet, entschied man sich freiwillig sich an einem Samstagmorgen um 8 Uhr, nach Rügen aufzubrechen und dort das nie fertiggestellte KdF-Bad „Prora“ zu besuchen. Nach einer quälend langen Busfahrt angekommen hatte man ganze 30 Minuten Zeit sich das Gelände anzusehen. Beachtlich wenn man bedenkt, dass die Gebäude schon zusammen 4,5 km lang sind. Aber da wir in der ehemaligen Reichshauptstadt beheimatet sind, erfreuten wir uns diese Zeit lieber am Meer und sahen so gut wie nichts von den abstrusen Planungen, die es 20.000 Menschen gleichzeitig ermöglichen sollte sich an der See zu erholen. Die nächsten Stunden wurden im Gebäude verbracht, um eine Ausstellung anzusehen, die Teils gelungen und Teils misslungen erschien. Aufgrund guter Beziehungen des Herrn Professors war es uns vergönnt uns zwei Stunden mit dem Leiter des Museums auszusprechen, natürlich drinnen. Als es um 17 Uhr auf den Heimweg ging, hatte man das Gefühl den ganzen Tag nur gesessen zu haben und fühlte sich ein wenig an der Nase herumgeführt. Immerhin gab es eine schöne Ansichtskarte für die Lebensabschnittsgefährtin des Großvaters.
Nächstes Jahr geht es wohl zum Reichsparteitag (sgelände) nach Nürnberg. Allerdings wollte ich noch den Vorschlag machen mit Christel Focken zur Wolfsschanze zu fahren. Das käme beim Professor bestimmt gut an.



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Montag, 22. Oktober 2007

Georges Simenon: Der Mann, der den Zügen nachsah

Groningen zu einer Zeit in der die Häuser mit Kachelöfen geheizt, die Rohrpost noch in Betrieb und die Autos bequem gestohlen werden konnten, da einfach nur ein Anlasser zu betätigen war. Zu dieser Zeit erfährt der Prokurist Kees Popinger das sein Chef die solide Firma durch Spekulationen in den Ruin getrieben hat. Dies nimmt der Protagonist zum Anlass, um aus seinem bürgerlichen Leben auszubrechen und seinen Gelüsten nachzugehen. Aufgrund eines Lustmordes verschlägt es ihn nach Paris, wo er ziellos durch die Stadt wandert – immer auf der Flucht vor der Polizei und der Pariser Unterwelt.
Eine recht kurzweilige Lektüre, die vor allem durch sein lahmes Ende enttäuscht. Obwohl die Frage offen bleibt, ob der Protagonist wirklich verrückt oder nur schlauer als alle anderen ist. Aber auch dem Schlauesten dürften die Mauern der geschlossenen Psychiatrie irgendwann zu Eng sein.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Steve Tesich: Ein letzter Sommer

Es gibt Millionen von Büchern und wir lesen nur einen winzigen Teil davon. Da ist es besonders schön auf eines zu stoßen, welches einen gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen bringt. Eines, das einen Weg in die Zukunft zu weisen scheint…
Schon vor 25 in Amerika erschienen, kann man es seit letztem Jahr auch bei uns lesen. Anfänglich erinnert es ein wenig an „Stand by me – die Geschichte eines Sommers“, Amerika zu Beginn der sechziger Jahre. East Chicago wirkt wie ein Kaff im mittleren Westen, wo man jedes Haus und jede Straße kennt und muss doch viel größer sein. Ein Highschoolabsolvent erlebt seinen letzten Sommer in seiner Heimatstadt. Geplagt von der Liebe, der Unwissenheit über seine Zukunft, dem Fernweh und dem Krebstod des Vaters, treibt er durch das Leben, um schließlich alles hinter sich zu lassen und den Rücken zu kehren.
Vom Neid geplagt legt man das Buch zur Seite und wünscht sich die Prüfungen hinter sich zu haben und frei zu sein. Das einem alle Türen offen stehen und die Welt, die so groß ist, irgendwo einen Deutschlehrer braucht – nur nicht in Berlin. Wenn das alles vorbei ist, werde ich bewusst keine Bewerbung an den Berliner Senat schreiben – endlich mal wegkommen in die große weite Welt. „Und so ging ich in die Welt hinaus“

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex

Sehr geehrter Herr Aust,
was sollte das? Sie haben auf 660 Seiten versucht ein möglichst genaues, an vielen Stellen zu genaues, Bild der „Baader-Meinhof-Bande“ zu erstellen. Als Protagonist der Anfangsjahre wurden Sie zum Zeitzeugen, der in diesem Buch versucht den allwissenden Erzähler zu spielen, aber dazu nicht in der Lage ist. So wird ihr Buch nicht den Makel des Spekulativen, des Unsachlichen los. Verständlich erscheint, dass sie ihre geheimen Informanten nicht preis geben wollen, aber die ein oder andere Fußnote hätte Aufwertung bedeutet. So allerdings liest es sich wie eine gute Räubergeschichte, die all zu oft von Nebenschauplätzen gestört wird. Deren Realitätsgehalt man sich als Nachgeborener immer wieder ins Gedächtnis rufen muss.
Ob die Mythen jemals restlos aufgeklärt werden? Ein großer Schritt in diese Richtung wäre die restlose Freigabe der Ermittlungsakten, aber aufgrund von Vertuschungen werden wohl für immer Lücken und Platz für neue Spekulationen bleiben.

Freitag, 28. September 2007

Auf gehts Hertha - Kämpfen und Siegen!

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Montag, 24. September 2007

...

Allmählich findet sich alles zusammen, so scheint es zumindest. Das alte Zimmer ist gemalert, das neue teilweise eingerichtet und das Internet steht seit heute auch wieder. Lernend sitzt man auf der Terrasse – die Ruhe genießend – und denkt im Stillen: treibt die Schweine in den Wald es scheint ein Eicheljahr zu sein.
Darf mir aussuchen, was wir nächste Woche im Bauch-Rücken-Kurs machen. Habe mir Seilklettern ohne Beine und Klappmesser an der Sprossenwand gewünscht.

Dienstag, 18. September 2007

Zurück in Grundschultagen

Endlich mal etwas für den durch die Examensarbeit arg geschundenen Rücken zu tun. Da eine Freundin einen Kurs zur Rückengymnastik anbietet und das auch gleich in der Nähe meines neuen Wohnortes war, ging ich hin – endlich mal etwas für den Rücken tun.
Abschreckend war der Umstand, dass die Leibesertüchtigung in der Turnhalle meiner alten Grundschule stattfand und so der Umstand, dass ich wieder bei Mutti wohne noch deutlicher zum Tragen kam. Damit hätte ich mich ja abfinden können, aber das ich mit meinen noch nicht einmal dreißig Lebensjahren nicht in der Lage war den Altersdurchschnitt der ca 15 Kursteilnehmer um zwei Jahre zu drücken, machte schon ein wenig mulmig. Es begann mit lustigem Kreishüpfen steigerte sich über partnerschaftliche Kraftübungen zum eigenständigen Bauch- und Rückenmuskeltraining. Mein Bruder, der mich dorthin brachte, riet mir mich mit meinen Sportsgenossen einmal die Operationserfahrungen miteinander auszutauschen. Wer den Schaden hat... Diesen Spott konnte ich ja noch ertragen allerdings erschreckte mich die Feststellung, dass ich nach der guten Stunde „Sport“ geschwitzt war.

Samstag, 15. September 2007

Umzug sucks

Umzug ist doof!
Da sitzt man in einem Chaos, dass noch größer ist als normal und packt sinnloses Zeug – von dem man sich aber nicht trennen mag – in unzählige Kisten und ist am verzweifeln.
Eigentlich sollte ein Wohnungswechsel den Beginn einer neuen Lebensphase darstellen und da man noch jung ist sollte so ein Kraftakt immer den Weg aufwärts sein.
Dieses Gefühl stellt sich allerdings bei mir gerade nicht ein. Vor drei Wochen habe ich die Examensarbeit abgegeben und könnte/müsste schon wieder jeden Tag in der Bibliothek sitzen, statt dessen bin ich auf der Jagd nach Kartons, Helfern, Autos und empfange fremde Leute in meinen vier Wänden, die alle die Farbe meiner Wand anstößig finden. Es grenzt schon ein wenig an ein Festkrallen am Status quo, denn die Aussicht wieder bei Mutti einzuziehen ist alles andere als verlockend. Auch wenn an dieser Stelle angeführt werden kann, dass ich von Oktober bis Mai in den Bibliotheken dieser Stadt zubringen und somit recht wenig Zeit in meinem Elternhaus sein werde, tröstet es nicht darüber hinweg die erlangte Selbstständigkeit wieder zum Teil aufgeben zu müssen. Zudem ist der Weg in das Herz der Großstadt auch noch unerhört lang.
So sitze ich im Chaos, trinke Wein aus Wassergläsern, höre Musik und möchte eigentlich nicht loslassen.

Zufallsbild

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

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