Samstag, 11. Dezember 2010

Den Weg hätten sie sich sparen können - So manches Türchen wird erst nach einem Läuten geöffnet

Man sitzt am Frühstückstisch als es klingelt. Das werden wohl die Weihnachtsgeschenke sein, die der Paketpostmann bringen muss. Da stiefeln zwei Leute in den zweiten Stock – nicht von der Post, sondern von den Zeugen, vom städtischen Tierschutzverband oder von der Märchenerzählergilde. Dies würde zumindest erklären, warum sie mir was zu Lesen dalassen wollten. Dankend lehne ich ab und hätte ihnen gerne ein paar Klausuren mitgegeben. Da können sie dann selbst drin lesen.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Türchen Türchen

Hinter der heutigen Tür steckte dir Winter, der mir erneut zwei Stunden Schulfrei bescherte. So kanns gerne bis Weihnachten weitergehen.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Baggern im Bus - wieder ein Türchen

Diese kleine Komödie spielte sich direkt hinter meinem Rücken im Bus ab. Ein alter Mann sitzt im Omnibus, neben sich einen leeren Platz. Da lässt eine alte Frau sich neben ihm nieder. Ein paar Minuten schweigen, dann fragt er nach der Uhrzeit. Sie: "es muss fünf vor fünf sein, meine Uhr steht auf fünf und ich stelle sie immer fünf Minuten vor. Ist also fünf vor fünf." Sie lässt sich über das Wetter und den Schnee aus. Wieder ein paar Minuten Ruhe. Er fragt ganz unverblümt und ohne Schnörkel: "Wie alt sind Sie denn?" Sie pikiert: "So was fragt man doch nicht!" Er: "Nu sagen se schon." "Das geht sie nichts an."
Von nun an herrschte eisiges Schweigen und vorbei war es mit der Balz.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Türchen Nummer sieben und acht

Gestern kaufte ein Mann im Spielzeugladen für seinen Sohn eine Blechtrommel. Er feierte gestern seinen dritten Geburtstag.

Heute war eine unglaublich dicke Frau beim Sport, die sich über ihre Muskeln unter der Rüstung wunderte.

Samstag, 4. Dezember 2010

Türchen Nummer sechs

Am vorletzten Tag vor der Schließung habe ich die Ausstellung "Eros und Stasi" angesehen. Dabei handelte es sich um ca. 100 schwarzweiß Fotos, die Motive aus der DDR darstellten. Für meinen Geschmack waren da zu viele Menschen auf den Bildern zu sehen, aber so mancher Alltagsgegenstand erregte meine Aufmerksamkeit, obwohl ein gebürtiger Ostler wahrscheinlich mehr wiedererkannt hätte als ich. So ging es wohl auch einem Besucher Mitte 50, der seiner Begleitung so einiges aus dem Nähkästchen erzählen konnte. Allerdings erzählte er eine Menge dummes Zeug, verwechselte Daten, verlegte Etablissements usw.. Aber seinen Zuhörern fiel dies nicht auf und ich wollte ihn nicht bloßstellen. Stattdessen kam ich mit einem Rollstuhlfahrenden Niederländer ins Gespräch, der Gegenstände aus Edelstahl Made in GDR sammelt.
Abgeschlossen wurde der Museumsbesuch von einer Filminstallation, in der zwei Männer in Tierkostümen – Maulwurf und Pandabär – die Natur erkundeten, in eine Höhle vordrangen, in der wohl alle Tiere in kleinen Eiern wachsen und schließlich in einen Fluss fielen. Das ganze wurde durch die Unterhaltung der Wesen mit bayrischem Einschlag untermalt.

Eros_und_Stasi-Plakat_Verl__ngerung_350

Fünftes Türchen

Hinter diesem Türchen sitzt ein alteingesessener Bürger, der im Bus Bettler mit dem Ruf „Fahrkarten bitte“ vertreiben wollte. Er konnte ja nicht ahnen, dass mir mein Herz in diesem Moment bis zum Halse schlug und ich ihn am liebsten körperlich gezüchtigt hätte, als sich der Umstand aufklärte. Der Schnorrer ist auf jeden Fall draußen geblieben und ich weiß, dass mein Herz so einige Aufregung aushält. Ist in meinem Beruf ja auch nicht verkehrt.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Türchen Nummer vier des Live-Adventskalenders

Heute war hinter dem Türchen mein Chef, der morgens in der Konferenz zu überzeugen war um 15:00 die Schule zu schließen. Er ersparte mir damit die zwei schlimmsten Stunden der Woche.
Wenn es schon am 2.12. derartige Geschenke gibt, was soll da erst zu Nikolaus oder Weihnachten kommen?!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Türchen Nummer drei des Live-Adventskalenders

Heute ging ich während meiner vielen Freistunden in der Stadt zum Einkaufen und geriet dabei unweigerlich auch auf den Weihnachtsmarkt, der die ganze Innenstadt ausfüllt, morgens aber noch angenehm leer ist. Im Flanieren beguckte ich mir die Auslagen links und rechts. Es gab Duftkerzen, Holzanhänger für den Weihnachtsbaum, Glitzerkram für Tür und Fenster und und und. Da hörte ich eine Stimme im Vorbeigehen murren „alles Tinnef!“

Dienstag, 30. November 2010

Mein Live-Adventskalender hat hoffentlich 26 Türchen

Seit ein paar Tagen ist mein Rad kaputt, sodass ich gezwungen bin den Bus zu nehmen, außerdem tut der Schnee sein Übriges dazu. Allerdings musste ich feststellen, dass man auf Schustersrappen die Einheimischen viel besser kennen und schätzen lernt. Da mir jetzt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen lustige Menschen begegnet sind, dachte ich mir, dass ich dieses Jahr einen Adventskalender mit lustigen Begegnungen haben könnte, da allerdings die ersten beiden schon Ende November stattgefunden haben, braucht der Kalender 26 Türchen.

1. Türchen: Gestern im Bus. Ich steige gerade noch zu und möchte beim Fahrer eine Fahrkarte erstehen, als ich mitten in ein Gespräch zwischen dem Piloten und einem weiblichen Fahrgast platze. Sie schimpft wie ein Rohrspatz und ist auch ungefähr so angezogen. Er ist anscheinend genervt und dazu noch brummelig. Ich hoffe, dass er Stress zu Hause hat, denn sonst ist sein Benehmen nicht zu guttieren. Anstatt sich freundlich mit der Frau auseinanderzusetzen, die übrigens über zu hohe Fahrpreise im Zusammenhang mi der nicht funktionierenden Heizung zeterte, brubbelte er in seinen nicht vorhandenen Bart: „Halt doch die Schnauze und geh endlich weg.“ Fühlte sich wohl sicher hinter seiner Plastikscheibe – in Berlin, da hätte er schon längst eine auf die Fresse bekommen. Sie wiederholte die Aufforderung er möge doch die Heizung einschalten, darauf er: „Die Heizung ist doch an du blöde Kuh, der Wagen kommt doch gerade erst vom Betriebshof, wie soll es da schon warm sein.“ Sie stellte sich schwerhörig, was vielleicht an der Wollmütze mit überdimensioniertem Bommel lag, die sie wegen der Kälte im Bus trug. Bevor der Konflikt eskalierte, begann ich zu dolmetschen und die Wogen zu glätten. Zufällig saß ich der Frau dann fast gegenüber und fand es erstens im Bus nicht kalt und die Alte war echt durch.

2. Türchen: Wieder mit dem Bus heim, denn das Rad ist immer noch kaputt und die Straßen hinterhältig glatt. Musik im Ohr geht es den Berg hoch und der Wohnung entgegen. Ungeniert wird der Mund zum Gähnen aufgerissen – natürlich ohne die Hand vorzuhalten – wer denkt denn auch daran, wenn er den Blick auf die Eisschollen des Gehwegs gerichtet hat. Da spricht mich ein grünes Männlein an, welches ca 80 Jahre alt und mit einer braunen Hose einem grünen Lodenmantel und einem grünen Filzhut bekleidet war und auf einen Stock gestützt den Berg hinab wollte. „Da ist aber jemand müde.“ „Ja, ich bin heut ganz früh aufgestanden“, schwindelte ich, da ich ihm nichts von meinen Schlafproblemen erzählen wollte. „Na wann denn“, fragte er keck aber freundlich. „Gegen sechs“, flunkerte ich weiter, obwohl ich zu dieser Zeit noch zwei Stunden im Bett lag. „Ohje ohje“, da liege er ja noch immer friedlich im Bett. Ich versprach mich diesen Abend schon um neun zur Ruhe zu legen, woraufhin er auf die guten Sendungen im Fernsehen verwies, was mich zur Feststellung veranlasste er müsse einen anderen Fernseher haben als ich. Woraufhin er mir lachend einen schönen Tag wünschte, und ich ihn zur Vorsicht mahnte, aufgrund des hinterhältigen Eisberges. Diese, durchaus dem Small Talk zuzurechnende Konversation, zeichnete sich durch eine Herzlichkeit aus, die es Wert ist im zweiten Türchen zu stehen. Ich hätte es schön gefunden, wenn mir das Männlein, welches ungefähr meine Größe hatte, man geht bei einem Männlein gerne von kleinen Menschen aus, ein Sahnebonbon zugesteckt hätte.

Zufallsbild

17-05-20-05-2006-Wroclaw-113

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 7510 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

Web Counter-Modul


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren