Jetzt habe ich es raus! Nachdem ich heute 1500m (30 Bahnen) im städtischen Freibad geschwommen bin hat mich die Erkenntnis schlechthin überfallen: Mein Schwimmanzug ist schuld, dass ich mich im Wasser bewerge wie ein deutsches Schlachtschiff und nicht wie eine Seerobbe. Wenn ich diesen Superanzug hätte, dann könntet ihr hinter mir trockenen Fußes durch das Becken gehen.
oscar Matzerath - 25. Jun, 23:44
Ende mit Trennkost!
Ich habe festgestellt, dass wir beide zur Zeit echt nicht zusammenpassen. Schon das ich meine Ernährung die letzten Tage vollkommen umgestellt habe - von Kafffee mit Milch auf Orangensaft und Mineralwasser, von lecker Käse auf Magarine... Zudem treibe ich zur Zeit extrem viel Sport. Neben dem täglichen Radfahren kommt auch noch eine tägliche Schwimmeinheit von 1100-1500 Metern hinzu. Da kann es nicht sein, dass man nach so einer Mörderetappe mit einem Mittagessen/Abendessen für einen Schreibtischtäter abgespeist wird. Das Ernährungsprogramm hebe ich mir für bewegungsarme Zeiten auf. Jetzt wird gepowert und gegessen!
oscar Matzerath - 25. Jun, 23:21
Mit guten Vorsätzen kaufte ich mir einen Ernährungsführer Trennkost – einfach pennen und dünn aus dem Bett fallen. Wer wünscht sich das in der heutigen Zeit des Überflusses nicht. Dass man die Ernährung dafür umstellen muss, ist auch klar. Allerdings ist dieses Trennen von Lebensmitteln ein totaler Scheiß. So darf man morgens kein tierisches Eiweiß essen/trinken. Super, womit soll ich dann meinen Kaffee trinken – mit Orangensaft oder was? Mittags darf man dafür alles essen was man will. Dafür soll man abends eiweißreich essen. Es sind so leckere Sachen wie Schinken und Käse erlaubt. Da aber auf keinen Fall Kohlenhydrate verputzt werden dürfen muss man sich den Käse und Schinken auf den Daumen legen und ohne Brot essen. Wie blöd ist das denn? Ach ja, der Verzehr von Müsli morgens ist ausdrücklich erwünscht – aber ohne Milch. Womit denn dann. Sojamilch kommt mir nicht ins Haus!
oscar Matzerath - 23. Jun, 19:39
Mit meinem Besuch habe ich heute per Auto die nähere Umgebung unsicher gemacht und mir die Braunkohleabbaugebiete eines deutschen Stromkonzerns angesehen und vieles dabei gelernt. Beispielsweise wie Umweltfreundlich und Immissionsarm die Förderung von besagtem Rohstoff ist. Die Bewohner, die ihre Heimat aufgrund des sich heranfressenden Schaufelradbaggers verlassen müssen, bekommen schöne neue Häuser und ihnen geht es dann besser als vorher, wenn man der Konzerneigenen Propaganda glauben darf. Ach und fast hätte ioch die vielen Arbeitsplätze vergessen (Handwerker zum Häuser abreißen, Handwerker zum Häuser bauen, Straßenbau, Landschaftsgestalter...), die durch den Braunkohlevorat bis Mitte dieses Jahrhunderts gesichert sind - an der sinnhaftigkeit der auszuübenden Tätigkeit besteht auch kein Zweifel
Auf dem Renaturierten gebieten – irgendwo muss der Abraum ja hin – werden dann alibihalber ein paar Windräder gesetzt. Straßen endeten im Nichts und Orte waren verschwunden bzw. verlassen. Ein wenig erinnerte es an Tschernobyl und auch die großen Braunkohlekraftwerke hielten einem Vergleich durchaus Stand. Schön ist es am Niederrhein!

oscar Matzerath - 16. Jun, 19:50
Manchmal sollte man die Tolerants gegenüber den Prinzipien zurückstecken. Wie im Falle Musical. Da hat man schon in früher Jugend festgestellt, dass man mit dem Genre des gesungenen Theaters nichts anfangen kann, was sich schon oft bewahrheitet hat. Leider werde ich nicht schlauer und so musste ich heute zwei Stunden Jesus Christ Superstar über mich ergehen lassen und schon nach fünf Minuten wollte ich eigentlich schon raus. Es wurde nicht besser und bis zur Pause fiel mir auch keine gute Ausrede ein, sodass ich auch noch in Halbzeit zwei auf meinem Platz saß.
Einen Vorteil hat die Kleinstadt: Man ist nach dem Theater in drei Minuten zu Hause. Jetzt müssen sie nur noch etwas anständiges spielen.
oscar Matzerath - 13. Jun, 22:57
Da war man gestern auf Fährtensuche. Es galt eine entlaufene, vielleicht mittlerweile verstorbene Kuh zu finden. Wie ein Trapper ging es durch Wälder, Wiesen, Gesträuch und Dickicht – letztendlich ohne Erfolg. Abends musste auf dem Heimweg noch einmal kurz umgedreht werden, da der Frau des Fahrers eine Zecke zu entfernen war. Wüste Prophezeiungen von Borreliose machten die Runde. Erleichtert, ohne solche Parasiten im Bett zu liegen schlief man gestern ein. Heute nach dem Erwachen hatte ich so ein Jucken genau zwischen den Schulterblättern. Was nun? Die Stelle mit den Händen durchaus erreichbar, aber beim besten Willen nicht einsehbar, juckt weiter vor sich hin. Bevor die Pferde scheu gemacht werden ein schneller Blick ins Internet. Nach der Hälfte eines Artikels über Zecken als Krankheitserreger, klickt man lieber schnell weg, da dort die abscheulichsten Spätfolgen geschildert werden. Die Ungewissheit bleibt. Es ist Samstagmittag und der Arzt, den man sich erst suchen müsste, hat wahrscheinlich schon zu. Krankenhaus wäre eine Alternative, aber was ist, wenn es sich bei dieser Stelle nur um einen juckenden Pickel oder ähnliches handelt. Wäre ja auch peinlich. Vor allem habe ich weitaus besseres zu tun, als meinen Samstagnachmittag in der Ersten Hilfe im Krankenhaus zu verbringen.
Wie gut passt da das vorzubereitende Thema für den Deutschunterricht in der Klasse 8: Der Konjunktiv!
oscar Matzerath - 13. Jun, 11:36
Die Lehrprobe ist vorbei. Manche Baustellen werden so langsam fertig, andere klaffen noch weit offen. Jetzt ist die Luft raus und ich hänge wie ein schluck wasser im LEHRERZIMMER: iCH BRAUCHE FERIEN!
oscar Matzerath - 8. Jun, 10:58
Ich habe in den letzten beiden Tagen schätzungsweise 20 Zeitstunden an meiner Lehrprobe für morgen gesessen. Jetzt ist sie weggeschickt - eine halbe Stunde zu spät - und der Kopf ist vollkommen leer. Jetzt können nur noch diverse Probleme auftreten: der Kopierer funktioniert morgen nicht oder hat kein Papier, die Schüler verstehen den Text nicht...
oscar Matzerath - 7. Jun, 18:47
Hier neue Impressionen vom Niederrhein:
Am Sonntagnachmittag bei der Kollegin auf der Veranda

oscar Matzerath - 29. Mai, 12:36
Um mich arbeitstechnisch an Himmelfahrt und dem Brückentag zu motivieren, hatte ich mir als Belohnung einen Besuch in Holland versprochen. Diesen galt es gestern anzutreten. Also stieg ich, bewaffnet mit einem Tagesspiegel, morgens um neun in den Zug und trat die etwa 40-minütige Reise an. Man ruckelte über Äcker und Wiesen und war ohne Vorwarnung mitten in Holland.
Kaum der Bahn entstiegen regte sich Verwunderung über die Landsleute, die mit Reisetaschen und Einkaufstrolleys bestückt den Ort enterten. Auf die Frage, was den in Holland so günstig sei, dass man davon raue Mengen über die Grenzen schaffen müsste, erhielt ich die Antwort dass der Kaffee so günstig sei. Vorgewarnt verwunderte es mich aber dann doch berucksackte Männer mit Armen voller Kaffeekartons durch die Fußgängerzone tippeln zu sehen. Es erinnerte ein wenig an die Hamsterfahrer nach dem 2. WK. die ausschwärmten um das städtische Umland auszuplündern oder an die Raubzüge der Wikinger, bloß das gestern nicht gebrandschatzt und geschändet wurde, aber das haben die Deutschen ja auch schon hinter sich.

Das Fremdschämen ging weiter, als ich in der ansonsten leeren Stadt immer wieder Gruppen von marodierenden Schnäppchenjägern begegnete, die sich laut rufend auf die Vermeintlichen Einsparungen aufmerksam machten. Allmählich beschlich mich der Wunsch des holländischen mächtig zu sein.
Um es kurz zu machen: Was zu kiffen bekam ich nicht, da alle Shops aus der Innenstadt ausgelagert wurden, um den Kannabistourismus aus der Stadt fernzuhalten. Kaffee habe ich keinen gekauft – nur einiges pfandfreies Dosenbier und ich habe Fleischkroketten gegessen. So ein Schweinefraß! Das Zeug schmeckte wie frittierte Leberwurst. Anthony Bourdain wäre stolz auf mich, obwohl ich fast in die städtische Grünanlage gekotzt hätte.

Abends war ich noch einmal kurz vor der hollandischen Grenze – bei einem Kollegen zum Grillen und Arbeiten. Da saßen wir dann auf der Terrasse mit einem Glas Weißwein in der Hand und genossen den Sommer.
oscar Matzerath - 24. Mai, 11:37