Freitag, 19. Dezember 2008

Schlafbesuch

Gestern erreichte mich ein Anruf. Ein Freund fragte mich, ob er nicht für einige Zeit bei mir übernachten könne. Klar, sagte ich zu Christian. Du bist gerne willkommen. Bisher hatte ich immer nur ihn besucht.
Jetzt sitzt er hier auf der Luftmatratze, rollt Zigarretten und rennt alle halbe Stunde in Latschen, Jogginghosen und Unterhemd auf die Straße - einfach nur, weil es möglich ist. Vorhin rief eine Brigitte an und wolle ihn sprechen - wahrscheinlich eine alte Bekannte von ihm.
Ich glaube er hat einen Plan!

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Auf Klassenfahrt mit den Kollegen oder übernachten in der Räuberhöhle

Wir hatten Montag und Dienstag die "Pädagogischen Tage" in der Nähe von MG. Es galt anderthalb Tage mit mehr oder weniger sinnvollen Seminaren zu überstehen. Neben Kommunikation im Schulalltag, oberflächliche Einblicke ins Schulrecht, Kooperatives Lernen und Entspannungsübungen standen auf meinem Programm. Abends wurde dann gefeiert. Wer denkt Referendare wären erwachsene vernünftige Menschen, der hat nicht die Kotze neben der Couch, die halbnackten Männer auf dem Tresen gesehen und muss sich vielleicht noch neun Monate mit einem Urteil gedulden. Aber eins habe ich ganz sicher gelernt: Jugendherbergen sind nichts für mich.





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Mittwoch, 17. Dezember 2008

Abgründe tuen sich auf!

Heute im Geschichtsunterricht in einer neunten klasse:

Das Wartenburger Fest wurde zu Ehren Martin Luther Kings gefeiert.

Ich glaube wir müssen einmal reden. Du kommst am besten Freitag nach der letzten Stunde mal für eine Extrastunde ins Lehrerzimmer.

Freitag, 12. Dezember 2008

Ach die Leute am Niederrhein,

Wieder war ich heute im Getränkemarkt, um mir Saft und eine leere Elferkiste Bier zu holen, damit ich die paar Pfandflaschen aus meiner Wohnung zurück in den Laden tragen kann. Zwei Flaschen Radler steckte ich der Einfachheit halber in den Kasten und trug ihn zur Kasse. Die Frau scannte emsig die beiden Flaschen und fragte verwundert, ob ich den „Rahmen“ auch mitnehmen wolle.
Moment, wie war das mit dem Rahmen? Sie verbesserte sich danach und meinte den Kasten, aber das gibt trotzdem zu denken. Aus „Was nicht passt wird passend gemacht“, weiß auch der Junge von der Uni, dass die Kannen im Mischer gelagert werden. Aber was haben Kannen in einem Rahmen zu suchen? Logisch ist das nicht.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Böses Erwachen,

Der meiner Wohnung gegenüberliegende Getränkemarkt trägt öfter zu meiner Erheiterung bei und wenn er sich mächtig Mühe gibt, dann schlägt er vielleicht noch den Penny Markt am Stutti.
Ich war heute Nachmittag kurz drüben um meine leeren Wasserflaschen gegen volle zu tauschen und musste an dem kleinen Tresen warten, an dem die Pfandflaschen zurückgenommen werden. Der Getränkemarkt führt nicht nur Brause, Saft, diverse Bier- und Schnapssorten, sondern auch Knabbereien, Plastikgeschirr und langlebige Nahrungsmittel. Ich warte also an der Pfandtheke und mir steigt der intensive Geruch von Schnaps in die Nase, der eindeutig von einem Mann ausgeht, der neben der Kasse rumlungert und den ich schon des öfteren dabei beobachtet habe, wie er versuchte die Kassiererin in ein Gespräch zu verwickeln. Ein Mann kommt mit einem Karton an die Kasse und lässt sich den Preis des Produkts nennen und ist erfreut, als es für den normalen Preis noch zwei Gläser gratis gibt. Den Karton kenne ich, denn ich habe selbst einen gekauft – vor ein paar Wochen um mir die Abendlektüre angenehm zu gestalten. Von Preis und Leistung überzeugt fragt der Herr nun noch, ob es sich bei dem Produkt um Klaren handeln würde, worauf ihm die Kassenfrau keine Antwort geben kann.
Nach einigen Minuten sehe ich ihn an der Kasse wieder und mir drängt sich der Gedanke auf, dass er eine Drogenentziehungskur, Marke Trainspotting, im Eigenheim vorbereitet. Neben einem Sechserpack Wasser wandern bestimmt zehn Dosen Eintopf in den mitgeführten Ziehwagen, außerdem eine Batterie Colaflaschen und schließlich der Karton mit dem „Klaren“. Weitere Gedanken über das Leben des Mannes verkneife ich mir. Allerdings beschleicht mich die Schadenfreude, denn bei dem Schnaps handelt es sich um eine Flasche Pernod. Ein böses erwachen erwartet wahrscheinlich den trainierten Alkoholiker, obwohl dieser Verzehrtipp auf der Flasche ausdrücklich aufgeführt wird.

Montag, 8. Dezember 2008

Thema der Unterichtsreihe: Liebeslyrik

Habe ein Gedicht für meine Lehrprobe in Deutsch nächste Woche gefunden. Das Thema ist Liebeslyrik in der 10. Klasse.

Michael Schönen

Dicke Titten

Was schätzt ein Mann besonders bei den Frauen?
Was zwang noch jeden magisch hinzuschauen,
wenn beinah sie dem Dekolté entglitten?
Dicke Titten

Was ließ Russ Meyer oft und gern schwingen?
Und was ersetzt zumeist Talent zum Singen?
Was hilft bei schlechten Zähnen, selbst den dritten?
Dicke Titten

Ob nun privat, ob öffentlich und rechtlich:
Ihr Umfang wächst im Fernsehn ganz beträchtlich.
Und wer sie nicht hat, der wird aufgeschnitten –
Dicke Titten.


Das wird ein Knaller am Mittwoch!

Samstag, 6. Dezember 2008

Für die Freunde des guten Geschmacks

http://www.youtube.com/watch?v=KNHsN3RA8RI

Nikolaus

Er schafft es immer wieder. Auch dieses Jahr hat er sich in die Wohnung geschlichen und die Schuhe bestückt, die gestern noch schnell geputzt wurden. Angenehm ist, dass dieses Jahr auf Schokolade verzichtet wurde.

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Gleich gehts auf den Markt um Eier zu kaufen. Hoffentlich komme ich nicht wieder mit einer leeren Börse und einem Konglomerat aus Pferdewurst, Lammrücken, Kaninchenfleisch und Gemüse für eine 10köpfige afrikanische Familie zurück.

Samstag, 29. November 2008

Was soll das?

Am Montag ist Lehrprobe und es war für heute 17 Uhr verabredet den Stundenentwurf mit der Lehrerin abzusprechen. Nachdem ich gestern etwas zurechtgeschustert habe, schickte ich es ihr heute Morgen. Anschließend die Bude gewienert, da der Bruder morgen mit Freundin zu Besuch kommt. Um kurz nach Fünf den Hörer in die Hand und Düsseldorf angerufen. Tut, tut, tut, tut, tut, hallo hier ist der Anrufbeantworter von XY. So ging das den gesamten Nachmittag bis ich es um 20 Uhr aufgegeben habe. Warum war diese Frau nicht da. Meinen Entwurf muss ich wahrscheinlich noch einmal überarbeiten, was mich mehrere Stunden kosten wird. Im Laufe des morgigen Tages war ich eigentlich mit dem Bruder in Düsseldorf verabredet. Ich sehe mich hier morgen um 12 Uhr den Hörer abnehmen und dann bis fünf am Schreibtisch sitzen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Zu allem Überfluss habe ich gerade die letzten fünfzig Seiten Schloss Gripsholm gelesen und mich beschlich ein Gefühl der Trauer – der Schwermut. Auch wenn Tucholskys Erzählstil etwas zu wünschen übrig lässt, war es ein schönes anrührendes Buch – zumindest in der zweiten Hälfte. Jetzt sitze ich hier am Samstagabend vor dem Rechner und hadere mit dem Schicksal. Und irgendwie habe ich Sehnsucht nach zu Hause.

Zufallsbild

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

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